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Nephrologen gegen Schließung von Transplanta­tionszentren

Mittwoch, 16. Januar 2013

Berlin – Gegen eine Zusammenlegung von Transplantationszentren im Rahmen der Skandale um die Organspenden hat sich die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) ausgesprochen. „Eine höhere Sicherheit vor Manipulationen kann damit nicht erreicht, stattdessen würde aber die flächendeckende Versorgung von nierentrans­plantierten Patienten gefährdet werden“, hieß es aus der Fachgesellschaft.

Die DGfN betont, dass im Bereich der Nierentransplantation keine Manipulationen bei der Organvergabe vorgekommen seien. Nierenkranke und Nierentransplantierte wären aber die Leidtragenden bei einer Zusammenlegung von Transplantationszentren, die auf Unregelmäßigkeiten im Bereich der Lebertransplantationen zurückgehe.

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In der Debatte um Konsequenzen aus dem Transplantations-Skandal hatte der CSU-Politiker Johannes Singhammer gesetzliche Änderungen gefordert. „Wir müssen die Zahl der Zentren begrenzen“, sagte Singhammer der Berliner Zeitung heute. Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion verlangte ferner, Bonuszahlungen an Chirurgen zu verbieten und dem Staat mehr Einfluss bei den Kriterien für die Verteilung von Spenderorganen zu geben. Derzeit gibt es in Deutschland 47 Transplanta­tions­zentren.

Mit weniger Zentren lasse sich ein in diesem Bereich „ungesunder Konkurrenzkampf“ verringern, der den Betrug offenbar gefördert habe, so Singhammer weiter. Zudem sei eine kleinere Zahl von Zentren besser zu kontrollieren. Nur die Einrichtungen, die eine bestimmte Mindestanzahl an Transplantationen erreicht hätten, sollten bestehen bleiben, so der CSU-Politiker.

Die Niere ist das mit Abstand am häufigsten transplantierte Organ: 2011 wurden in Deutschland 2.055 Nieren transplantiert – rund 12.000 der 70.000 Dialysepatienten warten auf ein Spenderorgan. Im Jahr 2006 versorgten die deutschen Transplantations­zentren mehr als  25.000 Nierentransplantierte, heute schätzen Nephrologen die Zahl etwa 30.000. „Lange Wege in die Transplantationszentren würden für Zehntausende dieser Nierenpatienten die regelmäßige Fahrt in die Spezialambulanzen drastisch erschweren“, warnt die DGfN.

Die Fachgesellschaft betont, die wichtigste Aufgabe nach dem Skandal sei, das Vertrauen der Bevölkerung wieder herzustellen und an die Organspendebereitschaft zu appellieren. Neue Kontrollen wie das „6-Augen-Prinzip“ machten auch bei anderen Organtransplantationen Manipulationen kaum noch möglich. © hil/aerzteblatt.de

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