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Neue Influenza: Impfung ohne Risiko für den Feten

Freitag, 18. Januar 2013

Oslo – Die Impfung von Schwangeren gegen das Pandemie-Virus H1N1 hat in Norwegen nicht, wie befürchtet worden war, zu einem Anstieg von Totgeburten geführt. Die Neue Influenza selbst hat laut einer Studie im New England Journal of Medicine (2013; doi: 10.1056/NEJMoa1207210) jedoch das Risiko eines fetalen Todes erhöht.

Die norwegische Regierung hatte während der Neuen Influenza 2009/10 erstmals auch Schwangeren zu einer Grippe-Impfung geraten. Sie verließ sich damals auf die Ergeb­nisse tierexperimenteller Studien und die Zusagen des Herstellers. Etwa die Hälfte der Schwangeren folgte dem Rat der Regierung, und prompt kam es zu zahlreichen Fallberichten über fetale Todesfälle.

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Da Totgeburten aber auch andere Ursachen haben können, lässt sich der Zusammen­hang nur in epidemiologischen Studien klären. Für deren Durchführung bestehen in Norwegen ideale Voraussetzungen, da Impfungen, Erkrankungen, Schwangerschafts­komplikationen und fetale Todesfälle gut dokumentiert werden und dank einer zentralen Identifikationsnummer der Einwohner eine registerübergreifende Analyse möglich ist.

Siri Håberg vom norwegischen Institut für Public Health (Folkehelseinstituttet) in Oslo und Mitarbeiter können jetzt zeigen, dass die Impfung während der Schwangerschaft effektiv war. Die Zahl der Influenza-Diagnosen wurde um 70 Prozent gesenkt (adjustierte Hazard Ratio HR 0,30; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,25-0,34).

Håberg kann auch zeigen, dass die Grippe zu einem Risiko für das ungeborene Kind werden kann: Bei Frauen, die während der Schwangerschaft an einer Influenza erkrankten, kam es fast doppelt so häufig zu einer Totgeburt (HR 1,91; 1,07-3,41). Folglich sollte die Impfung das Risiko senken, dass es während der Schwangerschaft zum Absterben der Frucht kommt.

Dies konnte in der Studie nicht zweifelsfrei belegt werden. Fetale Todesfälle waren bei geimpften Frauen zwar um 12 Prozent seltener. Die Hazard Ratio von 0,88 war allerdings mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,66 bis 1,17 nicht signifikant.

Dennoch unterstützt die Studie die internationalen Impfemfehlungen. Die Centers for Disease Control and Prevention raten Schwangeren schon länger zu einer Impfung gegen die saisonale Grippe. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut hat sich dieser Haltung 2010 angeschlossen. © rme/aerzteblatt.de

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