Medizin

Opioidverordnungen nehmen zu

Montag, 28. Januar 2013

Köln – In Deutschland werden immer mehr Opioide zur Schmerzbehandlung verschrie­ben. Zu dieser Erkenntnis gelangen Ingrid Schubert, Peter Ihle, und Rainer Sabatowski im aktuellen Heft des Deutschen Ärzteblattes (Dtsch Arztebl Int 2013; 110(4): 45-51). Die Autoren hatten eine Studie durchgeführt, die auf einer Versichertenstichprobe der AOK Hessen/KV Hessen beruhte.

Hintergrund dieser Untersuchung ist die Intention, die Schmerztherapie mit Opioiden gerade für Patienten mit Tumorerkrankungen zu verbessern. Ein zu geringer Einsatz kann zu unzureichender Schmerzlinderung führen, eine Überversorgung birgt ein Abhängig­keitsrisiko, besonders bei Patienten ohne Tumorerkrankung.

Zunahme der Opioidverordnungen in Deutschland zwischen 2000 und 2010

Opioide zählen zu den wichtigsten Substanzen in der Behandlung von Tumorschmerzen und werden seit den 1990er-Jahren auch zunehmend in der Therapie chronischer nichttumorbedingter Schmerzen (CNTS) eingesetzt (e1).

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Insgesamt wurden von 2000 bis 2010 mehr Versicherte mit Opioiden behandelt, auch die Anzahl der Tagesdosen je Empfänger stieg an. 2010 erhielten 3,7 Millionen Versicherte Opioide, 2000 waren es noch eine Million weniger. Opioide der WHO-Stufe 3 wurden zunehmend verordnet, allerdings vor allem bei Nichttumorpatienten, wobei es für diese Indikation keine gute Evidenz gibt.

Die Studie ergibt Hinweise auf eine Fehlversorgung, und trotz der Zunahme der Opioidverordnungen kann nicht der Schluss gezogen werden, dass Tumorpatienten ausreichend Opioide erhalten. © CL/aerzteblatt.de

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