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Pädiatrie: Chlor­hexidin-Waschung senkt Bakteriämie-Rate

Montag, 28. Januar 2013

Baltimore – Die tägliche Reinigung des Körpers mit Chlorhexidin hat in einer der bislang größten randomisierten Studie zur Infektionsprophylaxe die Rate von positiven Blutkulturen auf pädiatrischen Intensivstationen gesenkt. Die Ergebnisse der SCRUB Trial im Lancet (2013; doi: 10.1016/S0140-6736(12)61687-0) waren aber nicht eindeutig.

An der „Pediatric Scrubbing with Chlorhexidine Reduces Unwanted Bacteria“ oder SCRUB-Studie hatten sich zehn pädiatrische Intensivstationen in fünf großen US-Kinderkliniken beteiligt. Über sechs Monate wurde bei allen Patienten die tägliche Körperwäsche bettseitig mit Chlorhexidin-haltigen Tüchern vorgenommen. Nach einer „Washout“-Phase wurden die Waschungen wieder mit konventionellen Seifen durchgeführt.

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Das Ziel der Studie war eine Reduktion der auf Intensivstationen häufigen Bakteriämien, die häufig von Keimen auf der Haut der Patienten ausgehen. Diese können über Katheter oder über intravenöse Zugänge in den Blutkreislauf der Patienten gelangen, deren Immunabwehr durch Erkrankungen oder Therapie geschwächt ist.

Leider war die Durchführung der Studie schwieriger als gedacht. Viele Kliniken hatten in etwa zur gleichen Zeit Maßnahmen zur Vermeidung von Infektionen über zentralvenöse Zugänge eingeführt, die nachweisbar die Rate von Bakteriämien senkt. Der zusätzliche Effekt durch die SCRUB-Intervention war deshalb gering.

Die Rate der Bakteriämien konnte zwar von 4,93 auf 3,52 pro 1000-Patienten-Tage gesenkt werden, was eine Reduktion um relativ 29 Prozent bedeutet. Trotz fast 5.000 teilnehmender Kinder wurde in der Intention-To-Treat-Analyse das Signifikanz-Niveau jedoch nicht erreicht. Die Intention-To-Treat-Analyse schließt alle Patienten ein, für die eine Therapie vorgesehen ist. In der Studie konnten jedoch eine Reihe von Kindern nicht eingeschlossen werden, weil beispielsweise die Einwilligung der Eltern fehlte.

In der statistisch schwächeren Per-Protocol-Analyse – sie schließt nur Patienten ein, bei denen die Maßnahmen tatsächlich umgesetzt wurden – war das Ergebnis jedoch signifikant. Die protektive Wirkung war gleich stark wie in der Intention-To-Treat-Analyse. Aaron Milstone vom Johns Hopkins Children's Center in Baltimore und Mitarbeitern sprechen deshalb von einem Erfolg.

Trotz der geringen absoluten Reduktion dürfte die Maßnahme kosteneffektiv sein, da die Kosten für das Antiseptikum gering sind und die Behandlungskosten einer systemischen Infektion laut Milstone 29.000 US-Dollar betragen können. Die Verträglichkeit war gut. Hautreaktionen traten nur an 1,2 von 1.000 Behandlungstagen auf. Am Johns Hopkins Children's Center würden mittlerweile alle Kinder mit Chlorhexidin-haltigen Tüchern gereinigt, berichtet Milstone. © rme/aerzteblatt.de

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