Politik

Vergütung von Hebammen: Politik sieht wenig Handlungsbedarf

Mittwoch, 30. Januar 2013

Berlin – Der Petitionsausschuss des Bundestages sieht bei der Versorgung mit Hebammen in Deutschland offenbar nur geringen Handlungsbedarf der Politik. Er kritisierte heute in Berlin zwar fehlenden Wettbewerb bei Haftpflichtversicherungen für in der Geburtshilfe tätige Hebammen. Derzeit gebe es lediglich drei Anbieter. Die Abgeordneten erklärten aber zugleich, dass in den vergangenen Jahren durchaus Fortschritte bei der Vergütung von Hebammen erreicht worden seien.

Der Deutsche Hebammenverband zeigte sich enttäuscht über das Ergebnis der fast dreijährigen Beratung des Petitionsausschusses. „Zu unserer Forderung nach einer Datenerhebung über den Bedarf an Hebammen haben sich Ausschussmitglieder ebenso wenig positioniert wie zu der Frage, wie die wohnortnahe Versorgung sichergestellt werden kann“, sagte Präsidentin Martina Klenk.

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Klenk setzt jetzt auf einen Beschluss der bis morgen tagenden Schiedsstelle von Kranken­kassen und Hebammenverbänden. „Dort muss es endlich einen Durchbruch bei der Vergütung geben, der unseren Kolleginnen wieder eine berufliche Perspektive verschafft und dafür sorgt, dass ihre verantwortungsvolle Arbeit entsprechend honoriert wird.“

In den vergangenen Jahren waren die Haftpflicht-Gebühren für Hebammen stark gestiegen. Laut Hebammenverband erhöhte sich die Prämie allein zwischen 1992 und 2009 von 179 Euro auf 2.370 Euro jährlich. Mittlerweile liegt sie bei 4.200 Euro, für verbandsfreie Hebammen sogar bei 5.300 bis 5.600 Euro. Das führte dazu, dass sich rund 15 Prozent der Hebammen aus dem Kernbereich der Geburtshilfe zurückzogen.

Der Petitionsausschuss appellierte an das Bundesgesundheits- und das Bundesfinanz­ministerium, sich mit Haftpflichtregelungen insbesondere für freiberuflich tätige Hebammen zu beschäftigen. Zugleich verwiesen sie auf Erkenntnisse der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, nach denen nicht zu erkennen sei, dass Versicherer überhöhte Beträge festlegten und damit unangemessen hohe Gewinne erzielten.

Im Juli 2012 hatten sich Krankenkassen auf eine Kompensation der Versicherungs­beiträge für Geburtshilfe und Wochenbettbetreuung geeinigt; sie übernahmen einmalig die Steigerungen der Haftpflichtprämien. Laut Hebammenverband stehen aber 2014 weitere Erhöhungen an; zugleich erhielten die Hebammen für ihre Arbeit aber keinen Cent mehr. Laut Statistischem Bundesamt gibt es in Deutschland rund 20.000 Hebammen und Entbindungspfleger. Mehr als die Hälfte sind freiberuflich tätig. © kna/aerzteblatt.de

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