Sportpsychiatrische Sprechstunde in Jena
Montag, 4. Februar 2013
dpa
Jena – Eine Anlaufstelle für Leistungssportler mit psychischen Problemen hat das Universitätsklinikum Jena eingerichtet. „Depressionen, Angsterkrankungen und Essstörungen treten bei Sportlern häufig auf“, sagt Karl-Jürgen Bär, stellvertretender Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Jena.
Konkurrenzdenken, Erfolgserwartungen, das Streben nach Perfektionismus: Leistungssportler haben ihr Leben nach Trainingseinheiten ausgerichtet und sind dabei dem Druck von verschiedenen Seiten ausgesetzt. Das mache oft psychische Probleme. So komme „Anorexia athletica“, eine Störung des Essverhaltens, zum Beispiel sehr häufig in der rhythmischen Sportgymnastik vor. Laut US-amerikanischen Wissenschaftlern sind es im Turnen rund 60 Prozent, die die Kriterien einer Sport-Anorexie erfüllen. Die Denkweise „Je dünner ich bin, desto besser ist meine Leistung“ ist ein Merkmal dieser hohen Quote“, erläutert Bär.
Sportler können in einem ersten Schritt anonym unter der Nummer 03641 9-390451 telefonisch Kontakt zu den Ärzten aufnehmen. „In der Sprechstunde überlegen wir dann gemeinsam, was bei der Therapie möglich ist und was nicht“, so Bär.
Neben Jena gibt es weitere universitäre Anlaufstellen, welche die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde ins Leben gerufen hat, so in Aachen, Berlin, Freiburg, Hannover, Heidelberg, Mannheim und München. © hil/aerzteblatt.de
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