KV Niedersachsen: Rolle des Hausarztes stärken
Mittwoch, 6. Februar 2013
Hannover – Angesichts der derzeitigen Diskussion um Gefahren der Multimedikation hat die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) gefordert, die Rolle des Hausarztes zu stärken. Irritiert zeigte sich KVN-Vize Jörg Berling dagegen über die Behauptung, nur eine frühzeitige Zusammenführung sämtlicher Abrechnungsdaten bei den Krankenkassen könne die Risiken der Multimedikation reduzieren.
„Die Erkenntnis, dass Wechselwirkungen exponentiell ansteigen, je mehr Medikamente ein Patient einnimmt, ist nicht neu. Daraus aber die Folgerungen zu ziehen, dass Mehrfachverschreibungen mit Wechselwirkungen nur dann in den Griff zu bekommen seien, wenn alle Verordnungsdaten frühzeitig an einer Stelle bei den Krankenkassen zusammengeführt werden, sind absurd“, kommentierte Berling eine entsprechende Äußerung der AOK Rheinland/Hamburg.
Er plädierte stattdessen dafür, das System der Hausarztverträge gezielt weiterzuentwickeln und die Rolle des Hausarztes zu stärken. Schließlich sei ärztliches Know-how unverzichtbar, um bei multimorbiden Patienten die Übersicht über mögliche Neben- und Wechselwirkungen zu behalten.
„Hausärzte haben diese Kenntnis und kennen den gesamten Menschen mit seinen individuellen Wünschen und seinem sozialen Umfeld“, so der KVN-Vize. Die Aufgabe und Kompetenz der Krankenkassen liege dagegen primär darin, die regelgerechte und wirtschaftliche Verwendung der Versichertengelder sicherzustellen. © hil/aerzteblatt.de
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