Politik

Urteil zu Samenspende: FDP warnt vor Unterhaltsklagen

Donnerstag, 7. Februar 2013

Osnabrück – Nach dem Urteil des Oberlandesgerichts Hamm zur anonymen Samen­spende warnt die FDP vor Unterhaltsklagen. In einem Gespräch mit der Neuen Osnabrücker Zeitung vom Donnerstag sagte der rechtspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Marco Buschmann, die Rechtspolitik müsse sich fragen, welche Auswirkungen das Urteil auf die Praxis der Samenspende habe. „Die Samenspende ist für viele Paare in Deutschland ein Weg zur Erfüllung des Kinderwunsches. Dieser Weg sollte auch in Zukunft offen stehen.“

Anzeige

Das Gericht hatte am Mittwoch entschieden, dass die Tochter eines anonymen Samenspenders das Recht hat, den Namen ihres biologischen Vaters zu erfahren. Der Rechtsexperte der Liberalen warnte, es werde möglicherweise „keine Samenspender mehr geben“, wenn diese künftig befürchten müssten, dass gegen sie erfolgreich Unterhaltsklagen geführt würden oder die Nachkommen innerhalb der Familie des Spenders erbrechtliche Nachteile befürchten müssten.

Fest stehe, dass den Samenspender nach bestehender Rechtslage grundsätzlich alle Rechte und Pflichten der leiblichen Vaterschaft treffen würden, wenn er als Vater festgestellt werde, betonte Buschmann. © kna/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

sonicgold
am Samstag, 9. Februar 2013, 17:58

Das war's dann, ...

...Samenspende ade.
Bei allem Verständnis um das Erkenntnisbedürfnis durch Samenspenden gezeugter Kinder, werden wir jetzt die Debatte führen müssen, ob wir uns in Zukunft für eine Welt mit anonymer Samenspende oder völlig ohne ebendiese Möglichkeit der Zeugung entscheiden.
Senbuddy
am Samstag, 9. Februar 2013, 16:34

Besser anonym...

Aus meiner Sicht wäre es sinnvoll, erneut zu prüfen, ob Samenspenden nicht besser auch in Deutschkand vollständig anonym bleiben sollten. So dass der Name des Spenders wie in Dänemark gar nicht registriert wird.

Und zwar, damit Richter oder künftige Gesetzgeber erst gar keine Möglichkeit haben, die Spender mit neuen Gesetzen oder neuen Auslegungen in Schwierigkeiten zu bringen. Denn egal, aus welchen Motiven es die Spender tun, der Effekt ist für kinderlose Paare sicher ein Guter.

Bei Anonymität gäbe es auch in Deutschland mehr Spender und solche Gerichtsverfahren wie das oben beschreibene würden nicht stattfinden. Auch das häufig gehörte Getöse von "Identitätsfindung durch Finden des leiblichen Vaters" würde nachlassen. Und solche wenig sachlichen Ausbrüche wie von "Lassoman" wären auch obsolet.

Und das sind alles gute Effekte.
Viele Grüße
S.
Lassomann
am Freitag, 8. Februar 2013, 01:24

Verantwortung für die nach uns!

Wer damals mal eben 40 DM mitnehmen wollte, soll jetzt auch dafür bezahlen. Der Spender brauchte ja - ideell und gefühlt - keine Kinder mehr zu zeugen, würde später bei emotionalem Bedarf ja noch nach diesen Kindern forschen können - auch eine Partnersuche brauchte er nicht mehr mit Vehemenz verfolgen, und man tut es doch für einen "guten Zweck" (als wenn die Weltbevölkerung nicht schon explodieren würde!). Ich wünsche den Samenspen¬dern, dass sie rückwirkend für den Fall der Trennung der Zieheltern (und damit entsteht in der Regel einen weiteres vaterloses Kind) auch noch rückwirkend den Unterhalt zahlen müssen! Eine Schande, dass Mediziner und Befruchtungstechniker hier mitgewirkt haben! Sie sollten nun mit herangezogen werden! Auch der Gesetzgeber ist verantwortlich! Hier wurde wissent¬lich und in rücksichtlos egoistischer Weise Betrug wieder einmal der nächsten Generation begangen. So läuft unsere Politik!
Die Öffentlichkeit und die Gemeinschaft sollte sich nicht an derartigen Machenschaften beteiligen! Das müssen die Betroffenen individuell lösen, auch da gibt es Wege, die dann eben zum Teil aber sehr hart sind! Das ist nicht zu ändern! Wenn man eben sonst nichts mit seinem Leben anzufangen weiß!
5.000 News Politik

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige