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Cholesterin-Gen lässt Aortenklappe verkalken

Donnerstag, 7. Februar 2013

Baltimore – Eine Variante im Gen für das Lipoprotein A, eines der Transportproteine für Cholesterin im Blut, begünstigt offenbar  die frühzeitige Verkalkung von Herzklappen. Die Folge könnte eine erhöhte Rate von klinisch relevanten Aortenstenosen sein, wie eine genomweite Assoziationsstudie (GWAS) im New England Journal of Medicine (2013; 368: 503-512) jetzt herausfand.

Die genaue Funktion von Lipoprotein A ist nicht bekannt. Für den Transport von Choles­terin ist es von untergeordneter Bedeutung. Ein Mangel oder Ausfall von Lipoprotein A hat, soweit bekannt, keine nachteiligen Folgen für die Gesundheit. Ein Anstieg der Plas­ma­­werte begünstigt jedoch die Entwicklung einer Atherosklerose. Lipoprotein A ist ein etablierter Risikofaktor für die Koronare Herzkrankheit.

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Vor drei Jahren hatte ein internationales Konsortium in einer GWAS zwei Einzelnukleotid-Polymorphismen (single nucleotide polymorphisms, SNP) in der Nähe des Lipoprotein A-Gens gefunden, die – wenigstens teilweise – für den Anstieg des Lipoproteins A und das erhöhte Herzinfarktrisiko verantwortlich sind (NEJM 2009; 361: 2518-2528).

Eine der beiden SNP (rs10455872) war in der aktuellen Untersuchung auch mit einer erhöhten Rate von Aortenstenosen assoziiert. Die Träger des Genmerkmals, das sich bei etwa 7 Prozent der Bevölkerung findet, hatten ein um 68 Prozent erhöhtes Risiko, an einer Aortenstenose zu erkranken.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Klappenaustausch notwendig wurde, war um 54 Prozent erhöht. Das CHARGE-Konsortium um Wendy Post von der Johns Hopkins University School of Medicine in Baltimore fand darüber hinaus eine Assoziation mit Verkalkungen der Mitralklappe, die sich allerdings in anderen Kohorten nicht bestätigen ließen. Der Zusammenhang ist deshalb nicht belegt.

Für die Aortenstenose gehen die Forscher von einem kausalen Zusammenhang aus: Hohe Lipoprotein A-Konzentrationen könnten in der Intima der Herzklappen eine Entzündungsreaktion stimulieren, die dann die Ablagerung von Kalzium fördert. Aus der Studie kann allerdings nicht geschlossen werden, dass Cholesterinsenker das Fortschreiten einer Aortenstenose verhindern würden.

Dies war in der Simvastatin and Ezetimibe in Aortic Stenosis oder SEAS-Studie ohne Erfolg versucht worden (NEJM 2008; 359: 1343-1356). Damals war die Assoziation mit dem SNP rs10455872 allerdings noch nicht bekannt. Ob die selektive Behandlung der Genträger eine protektive Wirkung erzielen würde, ist unklar und möglicherweise Gegenstand künftiger Studien. © rme/aerzteblatt.de

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