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Mortalität: Lungenkrebs überholt Brustkrebs bei Frauen

Mittwoch, 13. Februar 2013

Mailand – In Europa werden schon bald mehr Frauen an Lungen- als an Brustkrebs sterben. Dies sagen Krebs-Epidemiologen in den Annals of Oncology (2013: doi: 10.1093/annonc/mdt010) voraus. In Großbritannien und Polen ist dies bereits jetzt der Fall.

Die Verbesserungen in Früherkennung und Therapie haben dazu geführt, dass die Zahl der Brustkrebstodesfälle seit den 1990er-Jahren stetig gesunken ist. Auch bei den meisten anderen Krebserkrankungen geht der Trend nach unten. Unter den häufigen Krebserkrankungen gibt es in Europa nur zwei Malignomen mit einer gegenläufigen Entwicklung: Dies ist der Lungenkrebs bei Frauen und das Pankreaskarzinom in beiden Geschlechtern.

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Die Zahl der Lungenkrebstodesfälle bei Frauen steigt seit den 1970er Jahren unaufhör­lich an. In 2013 werden in den 27 Ländern der Europäischen Union 82.640 Frauen daran sterben. Die Zahl der Brustkrebstodesfälle wird dagegen auf 88.886 sinken. Wenn der Trend anhält, werden sich die beiden Kurven im Jahr 2015 kreuzen, sagt Carlo La Vecchia vom Mario Negri Institut in Mailand voraus, das seit drei Jahren jährlich eine Übersicht über die Entwicklung der Krebssterblichkeit in Europa veröffentlicht.

Der Grund für die steigende Sterberate ist die Emanzipation der Frau, die seit den 1960er Jahren häufiger zur Zigarette greift (nachdem dies in der Nachkriegszeit noch verpönt war). Besonders früh trat die Entwicklung in Großbritannien ein, wo die Sterberate an Lungenkrebs bei Frauen heute europaweit am höchsten ist. An zweiter Stelle folgt Polen. In beiden Ländern ist das Bronchialkarzinom auch bei Frauen die häufigste tödliche Krebserkrankung.

Rauchen gehört neben Typ 2-Diabetes auch zu den Risikofaktoren des Pankreas­karzinoms, dessen Inzidenz und Sterberate bei Frauen ebenfalls ansteigt und in den letzten Jahren zunächst die Leukämien, dann den Magenkrebs und schließlich Uteruskarzinome (einschließlich Zervix) überholt hat. Auch beim Mann steigt die Zahl der Pankreaskarzinome, die fast immer tödlich enden. Auch hier sind Tabak und Ernährung, sprich Typ 2-Diabetes, schuld, schreibt La Vecchia, der ein Drittel aller Pankreas­karzinome bei beiden Geschlechtern auf die beiden Risikofaktoren zurückführt.

Die Zahl der Lungenkrebsfälle bei Männern ist mit 187.000 EU-weit zwar immer noch doppelt so hoch wie bei Frauen, die Zahl nimmt jedoch seit 2009 kontinuierlich ab. Rückläufig ist – bei beiden Geschlechtern – auch die Zahl der Darmkrebstodesfälle. La Vecchia führt dies auf Verbesserungen in der Diagnose und der Therapie zurück, die offenbar noch nicht alle Länder in Europa erreicht haben.

In Polen und Spanien liegt die Zahl der Darmkrebstodesfälle weit über dem Durchschnitt, was auch mit der ungünstigeren Ernährung und wiederum mit dem Tabakgewohnheiten zusammenhängen könnte, wie La Vecchia meint. © rme/aerzteblatt.de

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