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Schilddrüsenkrebs: Neuer Wirkstoff verbessert Radiojodtherapie

Donnerstag, 14. Februar 2013

New York – Eine Radiojodresistenz, die beim metastasierten Schilddrüsenkarzinom die Prognose deutlich verschlechtert, kann mit einem neuen Wirkstoff möglicherweise überwunden werden. Erste klinische Erfahrungen im New England Journal of Medicine (2013; 368: 623-32) deuten auf eine gute klinische Wirkung hin.

Die Radiojodtherapie nutzt die Tatsache, dass beim follikulären Schilddrüsenkarzinom die Fähigkeit zur Jodanreicherung länger erhalten bleibt. Erst wenn es hier zur Resistenz kommt, verschlechtert sich die Prognose. Die bisherigen Versuche, die Tumorzellen durch Retinoide oder Lithium zu „redifferenzieren“, waren nur wenig erfolgreich. Besser wirksam könnte der sogenannte MEK2­Inhibitor Selumetinib sein. Er hemmt in den Tumorzellen Stoffwechselwege, die für die Radiojodresistenz verantwortlich sind.

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Am Memorial Sloan-Kettering Cancer Center in New York wurden 20 Patienten mit metastasiertem Schilddrüsenkarzinom und einer Radiojodresistenz behandelt. Die Therapie wurde nach einer fünftägigen jodfreien Diät begonnen. Nach vierwöchiger Selumetinib-Behandlung wurde in einer Positronen-Emissions-Tomographie untersucht, ob die Tumoren die Fähigkeit zur Jodspeicherung zurückerlangt hatten. Das war bei acht Patienten der Fall. Bei diesen Patienten wurden eine Radiojodtherapie durchgeführt.

Bei fünf Patienten wurden eine partielle Response erzielt, bei den anderen drei Patienten konnte immerhin eine Tumorprogression verhindert werden. Der Zustand konnte bei sieben von acht Patienten über sechs Monate gehalten werden, wie das Team um James Fagin berichtet. Bei allen acht Patienten blieben auch die Serumwerte von Thyroglobulin niedrig, einem Tumormarker beim metastasierten Schilddrüsenkarzinom.

Die Toxizität der Selumetinib-Therapie war gering. Weitere Spätfolgen sind nicht zu befürchten, da die Therapie nach der Radiojodtherapie abgesetzt werden konnte. Ein Patient erkrankte allerdings infolge der Radiojodtherapie an einem myelodysplastischen Syndrom, aus dem sich eine Leukämie entwickelte. Welchen Stellenwert die Therapie erlangt, muss jetzt eine Phase-III-Studie zeigen, die der Hersteller noch in diesem Jahr beginnen will. © rme/aerzteblatt.de

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