Politik

Weg für Gentests an künstlich erzeugten Embryonen endgültig frei

Dienstag, 19. Februar 2013

Berlin – Der Weg für Gentests an künstlich erzeugten Embryonen ist nun endgültig frei. Das Bundeskabinett stimmte am Dienstag in Berlin der Rechtsverordnung zu, die die sogenannte Präimplantationsdiagnostik (PID) regelt. Damit schloss sich die Bundes­regierung dem Votum des Bundesrats von Anfang Februar an. Paare mit schweren Erbkrankheiten können künftig unter bestimmten Voraussetzungen Gentests an Embryonen vornehmen lassen,

Die Verordnung tritt laut Bundesgesundheitsministerium allerdings erst zwölf Monate nach der Verkündung und damit erst 2014 in Kraft, um den Ländern ausreichend Vorbereitungszeit zu lassen.    

Anzeige

Erlaubt sind Gentests an Embryonen nur dann, wenn ein Elternteil oder beide Elternteile die Veranlagung zu einer schweren Erbkrankheit haben oder mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Tot- oder Fehlgeburt droht. Eine vorherige Beratung ist Pflicht. Ethikkommissionen sollen in jedem Einzelfall prüfen, ob Eltern eine PID vornehmen lassen dürfen.

Die Zahl der PID-Zentren, in denen die Gentests erlaubt sind, werden begrenzt. Es soll keinen Rechtsanspruch auf die Zulassung eines PID-Zentrums geben. Die Zulassung soll vielmehr im Einzelfall geprüft werden und unter anderem davon abhängig gemacht werden, ob es überhaupt einen Bedarf gibt.

Über die Regelung war jahrelang heftig debattiert worden. Der Bundestag hatte das PID-Gesetz bereits vor anderthalb Jahren beschlossen. Ohne die Rechtsverordnung waren die Gentests aber noch nicht zulässig.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) erklärte, nunmehr gebe es "endlich Rechtssicherheit für betroffene Paare und alle Beteiligten". Es gehe um wenige Fälle in Deutschland. Die betroffenen Paare hätten "häufig eine Tortur hinter sich". © afp/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Politik

Nachrichten zum Thema

06.06.16
Schweizer für Zulassung von Präimplantations­diagnostik
Bern – Die Schweizer haben sich bei einem Referendum für die Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID) entschieden. Laut aktuellen Hochrechnungen stimmten am Sonntag 61 Prozent der Wähler dafür,......
02.06.16
Bern – Am Sonntag stimmen die Schweizer erneut über die Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID) ab. Zum zweiten Mal binnen eines Jahres geht es darum, ob unter bestimmten Bedingungen Gentests......
01.09.15
Bern - Ein überparteiliches Komitee in der Schweiz strebt ein Referendum gegen das neue Fortpflanzungsmedizingesetz an. Ziel sei es, eine „flächendeckende willkürliche“ Anwendung der sogenannten......
14.07.15
Stuttgart – Nach jahrelangen Diskussionen und Gesetzgebungsverfahren ist der Weg für die ethisch umstrittene Präimplantationsdiagnostik (PID) in Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland,......
14.06.15
Zürich – Hochrechnungen zufolge haben die Schweizer für die Freigabe der umstrittenen Präimplantationsdiagnostik (PID) gestimmt. Diese Tests an Embryonen könnten damit künftig in großem Umfang erlaubt......
09.02.15
München – Auch in Bayern können voraussichtlich in einigen Monaten Paare nach einer künstlichen Befruchtung unter bestimmten Bedingungen eine Präimplantationsdiagnostik (PID) vornehmen lassen. Seit......
09.09.14
Bern – Genetische Untersuchungen an im Reagenzglas erzeugten Embryonen sollen in der Schweiz künftig in großem Umfang erlaubt werden. Bislang waren sich die beiden Parlamentskammern – National- und......

Fachgebiet

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige