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Rauchstopp im Alter verhindert Herzinfarkte und Schlaganfälle

Donnerstag, 21. Februar 2013

Heidelberg – Epidemiologen des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) machen älteren Menschen Mut, das Rauchen aufzugeben. Die ungünstigen Auswirkungen des Tabakrauchs auf das Herz-Kreislauf-System lassen ihren Berechnungen im European Journal of Epidemiology (2013; doi: 10.1007/s10654-013-9776-0) zufolge bereits nach wenigen Jahren nach.

Im letzten Jahr hatte das Team um Hermann Brenner vom DKFZ in Heidelberg in einer Meta-Analyse gezeigt, dass Rauchen bei über 60-Jährigen das Sterberisiko erhöht. Das relative Risiko geht zwar mit zunehmenden Alter leicht zurück, ein Effekt, den Epidemiologen als „Depletion of susceptibles“ (Abnahme der Anfälligen) bezeichnen. Doch auch im Alter von über 80 Jahren hatten Ex-Raucher noch ein niedrigeres Risiko als Raucher. Für Brenner ist deshalb ein Rauchausstieg auch im hohen Alter sinnvoll (Archives of Internal Medicine 2012; 172: 837-844).

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Das Team unterstreicht diese Ansicht jetzt durch eine Auswertung der ESTHER-Studie, die seit 2000 bis 2002 eine größere Gruppe von Hausarztpatienten aus dem Saarland begleitet, die anlässlich eines Gesundheits-Check-Ups rekrutiert worden waren. Von 8.807 Teilnehmern im Alter von 50 bis 74 Jahren haben in den folgenden durchschnittlich 9,1 Jahren 261 erstmals einen Herzinfarkt und 346 erstmals einen Schlaganfall erlitten. Insgesamt 274 sind an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung gestorben.

Raucher hatten ein 2,25-fach höheres Risiko auf einen Herzinfarkt, ein 2,12-fache höheres Risiko auf einen Schlaganfall sowie ein 2,45-fach erhöhtes kardiovaskuläres Sterberisiko. Die Ereignisse traten zudem deutlich früher ein als bei Nichtrauchern. So hatte beispielsweise ein 60-jähriger Raucher das Herzinfarkt-Risiko eines 79-jährigen Nichtrauchers und das Schlaganfall-Risiko eines 69-jährigen Nichtrauchers. Tabakdosis und Dauer des Konsums bestimmten das Erkrankungsrisiko: Je mehr Zigaretten pro Tag über einen längeren Zeitraum geraucht werden, desto höher ist das Risiko.

Die Studie ermittelte auch eine positive Auswirkung eines Rauchausstiegs, die sich bereits nach wenigen Jahren bemerkbar machte. Verglichen mit Personen, die weiterhin rauchten, war das Risiko auf einen Herzinfarkt und auf einen Schlaganfall bereits während der ersten fünf Jahre nach der letzten Zigarette mehr als 40 Prozent niedriger. Die Ergebnisse legen nach Ansicht der Autoren nahe, dass Programme zur Tabakentwöhnung, die sich bislang auf jüngere Teilnehmer konzentrieren, auf ältere Personen ausgeweitet werden sollten. © rme/aerzteblatt.de

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