Politik

Organspende weiter im Image-Tief

Montag, 25. Februar 2013

Berlin – Die Bereitschaft zur Organspende in der Bevölkerung sinkt. So sieht es die Krankenversicherung Barmer Gek nach einer Bevölkerungsumfrage. Danach geben neun von zehn Befragten an, in letzter Zeit etwas zur Organspende gehört, gelesen oder gesehen zu haben. Rund die Hälfte dieser Personen nahm das Thema aber im Zuge der Unregelmäßigkeiten in verschiedenen Zentren wahr. Gleichzeitig nimmt die Bereitschaft zur Organspende ab. Signalisierten im Dezember 2011 noch 66 Prozent der Befragten ihre Bereitschaft zur Organspende, waren es im Januar 2013 noch 52 Prozent.

Wenn wir diesen Trend umkehren wollen, müssen wir die erhöhte Sensibilität jetzt nutzen, um verloren gegangenes Vertrauen wiederzugewinnen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kasse, Christoph Straub. Dazu seien gezielte Informationen für Versicherte unerlässlich.

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Nach der Anfang des Jahres in Kraft getretenen Reform des Transplantationsgesetzes sind die Krankenkassen verpflichtet, ihre Versicherten regelmäßig über Organspenden aufzuklären und ihnen Spendeausweise zur Verfügung zu stellen. Straub kündigte für das Frühjahr zusätzliche Informationen an.

Hinzukommen muss laut Straub aber, „eine echte Strukturreform des deutschen Transplantationssystems“. Er forderte: „Transplantationszentren müssen ihrem Namen gerecht werden“.

Laut der Barmer Gek reichen in Deutschland 20 Transplantationszentren statt der aktuell 44 aus. „Schon jetzt spricht viel dafür, dass Transplantationszentren mit steigender Fallzahl auch die Überlebenszeiträume nach einer Organtransplantation erhöhen können“, sagte der Kassenchef.

© hil/aerzteblatt.de

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U.Hehl
am Sonntag, 10. März 2013, 12:22

Organspende

Also ich bin der Meinung, das es gerade in der heutigen Zeit wichtig ist, sich nicht gegen die Organspende zu entscheiden. Man kann wegen zwei Einzelfällen jetzt nicht, tausende wartende und zu tode verurteilten Patienten, deswegen im Stich lassen. Organspende rettet Leben und das muss im Vordergrund stehen nicht die Machenschaften einzelner Ärzte oder Manager einer Klinik.
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