Politik

Wissenschaftler finden Hinweise auf Versorgungsmängel in Pflegeheimen

Freitag, 1. März 2013

Köln – Wissenschaftler haben Hinweise auf fachärztliche Versorgungsmängel bei Pflegeheimbewohnern mit Demenz und Diabetes in Deutschland festgestellt. Im Auftrag des Deutschen Instituts für medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) haben sie die Versorgung in Pflegeheimen auf Basis wissenschaftlicher Studien untersucht und die Ergebnisse in einem neuen HTA-Bericht (Health Technology Assessment, systema­tische Bewertung gesundheitsrelevanter Verfahren und Technologien) zusammen­gefasst. Demnach bestünden verglichen mit entsprechenden Leitlinien mögliche Unter- bzw. Fehlversorgungen.

Den Wissenschaftlern zufolge erscheint die hausärztliche Versorgung von Bewohnern mit Demenz und Diabetes angemessen. Das gleiche gelte bei der Vermeidung von Ginko-Extrakten bei Wahrnehmungsstörungen und von Benzodiazepinen als Beruhigungsmittel. „Daneben finden sich einige Hinweise auf mögliche Unter- bzw. Fehlversorgungen“, heißt es in dem Bericht.

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Dazu zählen die Forscher unter anderem die ungenaue Diagnostik von Demenzer­krankungen, die Unterversorgung mit Antidementiva bei bestimmten Demenzformen, die Fehlversorgung mit Psychopharmaka sowie zu wenig augenärztliche Untersuchungen von Diabetikern.

Für die festgestellten Probleme vermuten die Autoren mehrere Ursachen. Neben einer unzureichenden Dokumentation von Diagnosen und Verordnungen nennen sie unter anderem die schlechte Kommunikation zwischen den beteiligten Berufsgruppen.

Für neue Erkenntnisse über Zusammenhänge zwischen Versorgungsstrukturen, dem Gesundheitszustand und der Lebensqualität der Pflegeheimbewohner empfehlen die Autoren detaillierte Beschreibungen für öffentlich geförderte Projekte generell zu veröffentlichen, generelle Evaluationen durchzuführen und eine träger- und projektübergreifende umfassende Dokumentationsplattform einzurichten. © hil/aerzteblatt.de

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