Rationierung Problem in allen steuerfinanzierten Gesundheitssystemen
Montag, 4. März 2013
Berlin – Rationierung gibt es in steuer- wie in beitragsfinanzierten Gesundheitssystemen. Insgesamt ist Rationierung in steuerfinanzierten Systemen aber stärker ausgeprägt als in beitragsfinanzierten. Zudem verschärft die aktuelle Finanz- und Schuldenkrise dieses Problem in vielen Ländern. Das berichtet das Wissenschaftliche Instituts der Privaten Krankenversicherung (WIP) in der Studie „Rationierung und Versorgungsunterschiede in Gesundheitssystemen – Ein internationaler Überblick“.
Wartezeiten und eine begrenzte Wahlfreiheit für die Versicherten sind laut der Studie in steuerfinanzierten Systemen häufig. In beitragsfinanzierten Krankenversicherungssystemen wie in Deutschland müssten die Versicherten dagegen mehr Zuzahlungen leisten.
Als Reaktion auf die Rationierungsmaßnahmen erwirbt ein Teil der Patienten in beiden Systemen die gewünschten Leistungen privat im In- oder Ausland oder sichert diese über private Krankenzusatzversicherungen ab. Daneben gibt es Personen, die aufgrund fehlender finanzieller Mittel oder eingeschränkter Mobilität nur die Grundversorgung in Anspruch nehmen können. Daraus resultierende Versorgungsunterschiede lassen sich laut der Studie in allen Ländern nachweisen. Sie fielen aber in einheitlich organisierten Gesundheitssystemen größer aus als im deutschen dualen System.
„Sowohl mit Blick auf den Zugang zum Gesundheitswesen als auch hinsichtlich der einheitlichen Versorgung der Bevölkerung schneidet Deutschland im internationalen Vergleich gut ab“, so ein Fazit der Studie. © hil/aerzteblatt.de
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