Erstmals seit Jahren wieder mehr Mutter-Kind-Kuren
Dienstag, 12. März 2013
Freiburg/Berlin – Erstmals seit Jahren gibt es einen deutlichen Anstieg bei den Mutter-Kind-Kuren. Hintergrund sind die Anfang 2012 in Kraft getretenen neuen Regeln zur Bewilligung von solchen Erholungsaufenthalten. „Der politische Druck auf die Krankenkassen, Kuren großzügiger zu bewilligen, zeigt endlich Wirkung“, sagte die Geschäftsführerin der Katholischen Arbeitsgemeinschaft Müttergenesung (KAG), Margot Jäger, heute auf Anfrage in Freiburg. So seien in den bundesweit 20 KAG-Kliniken 2012 zehn Prozent mehr Kuren als im Vorjahr bewilligt worden; mehr als 25.000 Mütter, Väter und Kinder nahmen demnach therapeutische und medizinische Hilfe in Anspruch.
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Das Müttergenesungswerk als größter Dachverband der Anbieter von Eltern-Kind-Kuren bestätigte den Trend. Im ersten Halbjahr 2012 wurden im Vorjahresvergleich bundesweit 17 Prozent mehr Erholungsaufenthalte bewilligt. „Derzeit werten wir noch die Zahlen für das zweite Halbjahr aus, ich gehe von einem deutlichen Anstieg für das Gesamtjahr aus“, sagte Müttergenesungswerk-Geschäftsführerin Anne Schilling. Durch die neuen Regeln sei die Ablehnungsquote bei Kuranträgen von zuvor 35 auf nun 21 Prozent gesunken. „Das ist ein rundum positives Signal.“
Jäger betonte, durch die neuen, für die Krankenkassen verpflichtenden „Begutachtungsrichtlinien“ sei es für betroffene Mütter leichter, ihren Rechtsanspruch auf einen Kuraufenthalt durchzusetzen. So sei nun beispielsweise klar festgelegt, dass psychosomatische Erkrankungen, aber auch Beziehungsstörungen zwischen Eltern und Kindern eine Kur rechtfertigten. Zuletzt hatten die Träger der Erholungskuren den Krankenkassen vorgeworfen, Müttern Kuren zu verweigern, um Kosten zu sparen.
Jäger sagte, viele Mutter-Kind-Kliniken stünden weiterhin vor großen finanziellen Problemen. „Die von den Kassen pro Tag und Patient gezahlten Sätze sind in den vergangenen Jahren kaum gestiegen. Anders als die Personal- oder Energiekosten unserer Häuser.“ Es gebe keinen weiteren Spielraum für Einsparungen, ohne die Qualität der Kuren zu gefährden.
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