Politik

Aigner fordert Tabakwerbeverbot auf Plakaten und in Kinos

Mittwoch, 13. März 2013

Berlin – In der Debatte um eine strengere Regulierung der Tabakindustrie hat Bundes­ver­braucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) ein vollständiges Werbeverbot für Zigaretten gefordert. Bundesweit sei ein Verbot der Außenplakat- sowie Kinowerbung für Tabakerzeugnisse geboten, erklärte das Verbraucherschutzministerium heute in Berlin. Die Bundesregierung habe sich in einem Abkommen mit der Weltgesundheits­organi­sation (WHO) zu einem solchen Werbeverbot verpflichtet, dennoch sei Deutschland das einzige EU-Land, in dem Tabak noch immer auf Plakaten und in Kinos beworben werde.  

Die schwarz-gelbe Bundesregierung diskutiert derzeit, wie sie sich zu der im Januar vorgestellten Tabakrichtlinie der EU-Kommission positionieren will.

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EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg will Raucher künftig unter anderem mit abschreckenden Bildern von Gesundheitsschäden auf Zigarettenpackungen vom Griff zur Zigarette abhalten. Dreiviertel der Vorder- und der Rückseite sollen demnach von Warnungen vor dem Rauchen eingenommen werden.  

Das Verbraucherministerium will diesen Vorschlag zunächst prüfen. Es sei eine „geeignete Herangehensweise“, die Erfahrungen anderer Länder mit größeren Warnhinweisen und sogenannten Ekelfotos zu bewerten, teilte das Ministerium mit. Medienberichte darüber, dass das Verbraucherministerium der EU-Tabakrichtlinie kritisch gegenüber stünde, wies ein Sprecher des Ministeriums „entschieden zurück“. Er verwies darauf, dass sich die unterschiedlichen Ressorts zunächst untereinander abstimmen müssten.  

Sollte die Bundesregierung allerdings nicht, wie von Aigner gefordert, Tabakwerbung verbieten, wäre dies ein „gutes Argument“ für die verpflichtende Einführung von Schockfotos und Warnhinweisen, erklärte der Sprecher des Verbraucherministeriums. Brüssel begründet die geplanten Verschärfungen damit, dass pro Jahr in der EU 700.000 Menschen an den Folgen des Rauchens sterben. © afp/aerzteblatt.de

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