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Pharmaunternehmen verzeichnen Umsatz- und Gewinnrückgänge

Mittwoch, 13. März 2013

Frankfurt/M. – Im vergangenen Jahr mussten die zehn größten Pharmaunternehmen der Welt einen Umsatzrückgang um zwei Prozent auf 359 Milliarden Euro hinnehmen. Der Gewinn ging um ein Prozent auf 95 Milliarden Euro ebenfalls zurück. Das sind Ergebnisse einer Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young, die Finanzkennzahlen der weltweit 20 umsatzstärksten Pharmaunternehmen auf den Prüfstand stellte.  

Die Gründe für die schwache Entwicklung: Sinkende Produktpreise, eine stagnierende Nachfrage in den angestammten Märkten, fehlender Nachschub an umsatzstarken Wirkstoffen und die zunehmende Konkurrenz durch billige Nachahmerprodukte. Dass trotz zum Teil massiver Kostensenkungsprogramme auch der Gewinn rückläufig war, führen die Analysten einerseits auf Restrukturierungskosten, andererseits auf die anhaltend hohe Investitionstätigkeit der Unternehmen in neue Märkte und neue Wirkstoffe zurück.

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Künftig werde sich die Situation jedoch weiter verschärfen, warnte Gerd Stürz, Leiter des Bereichs Lebenswissenschaften bei Ernst & Young: „Die Margen der Pharmakonzerne geraten weiter unter Druck.“ Prognosen zufolge werde das durchschnittliche jährliche Marktwachstum in den entwickelten Ländern bis 2016 lediglich zwischen ein und vier Prozent liegen. „Die Branche muss Antworten auf die Frage finden, wo in Zukunft noch Wachstum herkommen soll“, sagte Stürz.

Eine Antwort besteht bisher in Kostensenkungsprogrammen. Zudem stiegen die Ausgaben für die Entwicklung neuer Produkte – wenn auch verhalten. Die Unternehmen investierten 2012 für Forschung und Entwicklung währungsbereinigt mit knapp 70 Milliarden Euro etwa ein Prozent mehr als im Vorjahr.

Unternehmen fehlt die Feuerkraft
Durch Übernahmen ist Stürz zufolge ebenfalls kein großartiges Wachstum zu erwarten. Wurden 2009 noch 101 Milliarden Dollar für Zukäufe ausgegeben, flossen 2012 dafür nur noch 28 Milliarden Dollar. „Die Feuerkraft der Unternehmen ist gesunken“, konstatierte Stürz.

Nötig ist dem Experten zufolge die Erschließung neuer Märkte in den Schwellenländern. „Allerdings herrscht dort ein niedrigeres Preisniveau - was sich auf die Marge auswirken dürfte“, sagte er.

Zudem müssten sich die Unternehmen deutlich umstellen. Ein direkter Kontakt zwischen Patienten und Pharmaunternehmen sei bislang kaum zustande gekommen. „Das wird sich in Zukunft ändern“, ist sich Stürz sicher. Die Unternehmen suchten zunehmend den direkten Kontakt zu den Patienten und böten ihnen Serviceleistungen an, beispielsweise die Überwachung von Therapien über Apps für Smartphones.

© hil/dapd/aerzteblatt.de

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