Medizin

Mammakarzinom: DNA-Test erkennt Metastasen im Blut

Donnerstag, 14. März 2013

Cambridge – Beim metastasierten Mammakarzinom lassen sich häufig Tumorgene im Blut der Patientinnen nachweisen. Eine Studie im New England Journal of Medicine (2013; doi: 10.1056/NEJMoa1213261) zeigt, dass der Test benutzt werden kann, um den Verlauf der Erkrankung und das Ansprechen der Therapie zu beurteilen.

Beim Zerfall von Tumorzellen wird DNA freigesetzt. Als zellfreie DNA ist sie im Plasma nachweisbar. Anhand von Mutationen, die für Krebszellen typisch sind, kann die Tumor-DNA von der DNA gesunder Zellen unterschieden werden. Das Team um Carlos Caldas von der Universität Cambridge in England musste bei den 52 Teilnehmerinnen seiner Studie zunächst im Primärtumor nach geeigneten Mutationen suchen, um einen für die einzelnen Patientinnen passenden DNA-Test zu entwickeln. Bei einigen Frauen fanden sie die Mutationen in typischen Tumorgenen (PIK3CA und TP53), bei anderen mussten die das gesamte Genom des Tumors sequenzieren, um passende strukturelle Veränderungen zu finden.

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Für 30 Patientinnen konnte das Team einen DNA-Test entwickeln. Mit ihm konnten die entsprechenden Mutationen aus dem Tumor bei 29 Patientinnen auch im Blut aufgespürt werden. Dies ergibt eine Sensitivität von 97 Prozent. Der konventionelle Tumormarker CA 15-3 war dagegen nur bei 21 von 27 Patientinnen (Sensitivität: 78 Prozent) nachweisbar. Der DNA-Test war tendenziell auch CellSearch überlegen, dem ersten von der FDA zugelassenen Test zum Nachweis von zirkulierenden Tumorzellen im Blut. Sie waren bei 26 von 30 Patientinnen (Sensitivität: 87 Prozent) vorhanden.

Der DNA-Test misst die Zahl der Genkopien und kann deshalb auch zur Beurteilung der Tumorlast herangezogen werden. Auch hier scheint er dem Tumormarker CA 15-3 und dem CellSearch-Test überlegen zu sein. Bei 10 von 19 Patientinnen war ein Abfall der DNA-Kopien der erste Hinweis auf ein Ansprechen der Therapie. 

Für einen abschließenden Vergleich war die Teilnehmerzahl der Studie sicherlich zu klein. Das Verfahren ist derzeit auch noch sehr aufwendig. Da die Preise für Genom­analysen weiter fallen und die Geräte immer kompakter werden, könnte die Methode in Zukunft für die Kliniken interessant werden. Da bei Patientinnen mit metastasierten Erkrankungen in der Regel keine Heilung mehr möglich ist, muss der Aufwand allerdings mit den Kosten in Beziehung gesetzt werden.

© rme/aerzteblatt.de

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