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USA: Tollwuttod mehr als ein Jahr nach Transplantation

Montag, 18. März 2013

Atlanta – In den USA ist ein Organempfänger an einer Tollwut gestorben. Die Trans­plantation lag zum Todeszeitpunkt mehr als ein Jahr zurück. Drei weitere Organ­empfänger sind nach Auskunft der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) gesund und erhalten derzeit eine postexpositionelle Prophylaxe.

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Der Patient aus dem Staat Maryland, über dessen Alter und Geschlecht die US-Behörde keine Angaben macht, war Anfang März an der Rabies gestorben. Da er keine Wildtier­kontakte hatte, fiel der Verdacht auf eine frühere Nierentransplantation vor mehr als einem Jahr. Lange Inkubationszeiten sind bei der Rabies nicht ungewöhnlich.

Auch nach einer Infektion über eine Bisswunde dauert es in der Regel 1 bis 3 Monate, bis die Viren, die retroaxonal über periphere Nerven ins Gehirn gelangen, das Gehirn erreichen. Laut dem Robert Koch-Institut sind selbst Latenzzeiten von bis zu 6 Jahren glaubwürdig beschrieben worden.

Die Untersuchung von archivierten Gewebeproben des Spenders bestätigte den Ver­dacht. Beide waren mit demselben sogenannten Waschbären-Typ des Rabies-Virus infiziert. Es tritt in der Natur bei Waschbären, aber auch bei anderen Spezies auf. In den USA, wo sich jedes Jahr ein bis drei Menschen mit Tollwut infizieren, ist es erst die zweite bekannte humane Infektion mit diesem Typ des Rabies-Virus.

Der Spender war bereits 2011 erkrankt und in einer Klinik in Florida gestorben. Eine Rabies-Infektion war damals nicht vermutet worden. Das Screening von Organspendern umfasst in der Regel nur ausgewählte häufige Erreger wie HIV und Hepatitisviren. Rabies gehört nicht dazu. Da die Ergebnisse der aufwendigen Tests nicht rechtzeitig eintreffen würden, wären die Ärzte hier auf ihren klinischen Spürsinn angewiesen.

Bei einer Infektion ist eine postexpositionelle Prophylaxe möglich, die jetzt auch bei den anderen drei Organempfängern durchgeführt wird, die in Florida, Georgia und Illinois leben. Alle drei sind nach Auskunft der CDC beschwerdefrei. Sie erhalten eine passive Immunisierung mit Immunglobulinen und eine aktive Immunisierung mit einer Anti-Rabies-Vakzine. Die örtlichen Gesundheitsbehörden prüfen jetzt, ob auch Angehörige und andere Kontakte gegen Tollwut geimpft werden müssen.

Die Behörden gehen davon aus, dass sich der Organspender in Maryland infiziert hat. Nach Angaben der dortigen Behörden wurden in den Bundesland im letzten Jahr 320 tollwutinfizierte Tiere gefunden. In Maryland müssen alle Hunde, Katzen und Frettchen geimpft werden.

Für die USA ist es der zweite Fall einer Rabies-Übertragung durch eine Organtrans­plantation. 2004 waren drei Organempfänger gestorben, beim Vierten ist die Todes­ursache unklar, da der Tod ungewöhnlich früh eintrat. In Deutschland starben Anfang 2005 drei von sechs Organempfängern, die Lungen, Niere-Pankreas oder Niere einer infizierten Spenderin erhalten hatten.

Die übrigen drei Transplantatempfänger (2 Corneae, 1 Leber) blieben gesund. Im Zusammenhang mit diesen Erkrankungen erhielten insgesamt 174 Personen auf Grund der durchgeführten Risikoeinschätzung eine postexpositionelle Prophylaxe. © rme/aerzteblatt.de

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