Politik

Personalzuwachs in der Pflege geringer als gedacht

Montag, 18. März 2013

Duisburg/Essen – Seit 1999 sind die Ressourcen in der Pflege weniger stark gestiegen, als es die Zahlen auf den ersten Blick erscheinen lassen. Darauf hat das Informa­tionsportal „Sozialpolitik Aktuell“ des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen hingewiesen.

Danach arbeiten zurzeit fast eine Million Menschen in der Pflege. Seit 1999 stieg ihre Zahl um 53 Prozent. Bei genauer Untersuchung zeige sich jedoch, dass sich die tatsächliche Personalausstattung in der Pflege keineswegs derart verbessert habe, sondern dass eine Lücke zwischen Pflegebedarf und Personalbestand besteht und immer weiter aufreiße:

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Zunächst erhöhte sich allein bei der sozialen Pflegeversicherung im gleichen Zeitraum die Zahl der Menschen, die ambulant oder stationär versorgt werden müssen von 905.000 auf mehr als 1,3 Millionen. Das ist ein Anstieg von etwa 44,5 Prozent.

Gleichzeitig hat sich laut dem Institut die Struktur der Beschäftigungsverhältnisse gravierend verschoben. „Der Personalzuwachs seit 1999 konzentriert sich fast ausschließlich auf die Teilzeitbeschäftigten, während sich die Zahl der Vollzeitbe­schäftigten kaum erhöht hat“, sagte Gerhard Bäcker vom IAQ. Nur noch jede dritte Pflegekraft arbeitete 2011 in Vollzeit, dagegen jede zweite in sozialversicherungs­pflichtiger Teilzeit und 13 Prozent im Minijob.

Rechne man die Teilzeitjobs in volle Arbeitsverhältnisse um, dann reduziere sich der Zuwachs der Beschäftigung seit 1999 auf etwa 35 Prozent. „Erforderlich ist vor allem ein Ausbau von Vollzeitbeschäftigungsverhältnissen in der Pflege; die einseitige Orientierung auf Minijobs und kurze Teilzeit erweist sich als nicht zukunftsfähig“, warnte das Institut. © hil/aerzteblatt.de

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