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Keine Entwarnung bei der Tuberkulose

Montag, 18. März 2013

Berlin – Die Zahl der Tuberkuloseerkrankungen in Deutschland stagniert, nachdem sie bis 2008 jedes Jahr deutlich zurückgegangen waren. Bei Kindern dagegen steigen die Fallzahlen seit einigen Jahren an. Das berichtet das Robert Koch-Institut (RKI) im neuen Tuberkulose-Jahresbericht für das Jahr 2011. Der Bericht erscheint heute im Vorfeld des Welt-Tuberkulose-Tages am 24. März.

Danach hat im Jahr 2011 das RKI 4.317 Tuberkulosen (Tbc) registriert, davon starben 162 Erkrankte, 2010 waren es 4.388 Erkrankungen, darunter 161 Todesfälle. 2011 erkrankten 179 Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren, 2010 waren es 160 Fälle, im Jahr 2009 waren es 142 Fälle. „Jede Erkrankung erfordert umfassende Maßnahmen zur Unterbrechung der Infektionsketten, eine langwierige Therapie und einen hohen medizinischen Betreuungsaufwand“, erklärte Reinhard Burger, Präsident des RKI.

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Bei Kindern gehe die Tuberkulose fast immer auf eine kürzlich erfolgte Ansteckung zurück und sei damit ein Indikator für das aktuelle Infektionsgeschehen. „Das unterstreicht die Notwendigkeit der konsequenten Umsetzung der Empfehlungen zur Prävention und Behandlung, gleichzeitig auch, dass der öffentliche Gesundheitsdienst ausreichende Kapazität für die Tuberkulosekontrolle braucht“ betonte Burger.

Neben der bundesweiten Analyse benennt der Bericht auch regionale Unterschiede. So liegt in Berlin die Inzidenz mit 9,3 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner über dem bundesweiten Durchschnitt von 5,3 Erkrankungen pro 100.000.

Der Anteil multiresistenter Tuberkulosen hat sich in den vergangenen Jahren weitgehend stabilisiert und liegt bei rund zwei Prozent. „Hier sind neue Ansätze in Diagnostik und Therapie dringend erforderlich“, so der RKI-Präsident.  

Weltweit gehört die Tuberkulose zu den am meisten verbreiteten Erkrankungen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation infizieren sich jedes Jahr rund 8,7 Millionen Menschen mit Tbc, 1,4 Millionen sterben. Am meisten betroffen ist Afrika, wo Aids-Kranke häufig auch unter Tbc leiden. Tuberkulose ist aber auch in Osteuropa ein großes Problem.

Wie die Weltgesundheitsorganisation und der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tbc und Malaria in Genf erklärten, sind zusätzlich 1,6 Milliarden Dollar pro Jahr nötig, um den Kampf gegen die Tuberkulose zu verstärken. Eine große Bedrohung stellten vor allem die gegen Antibiotika resistenten Tuberkulose-Formen dar, von denen schätzungsweise 630.000 Menschen weltweit betroffen seien. „Wenn wir jetzt nicht handeln, könnten die Kosten explodieren“, warnte Mark Dybul vom Global Fonds. © hil/aerzteblatt.de

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