Politik

Für Kostenerstattung und gegen Budgets: Die gesundheits­politische Agenda der FDP

Dienstag, 19. März 2013

Berlin – Die FDP möchte im Gesundheitssystem aus „den Lasten von gestern Chancen für morgen“ machen. So kündigt sie es in dem Entwurf ihres „Bürgerprogramms 2013“ im Kapitel vier „Chancen nutzen – gemeinsam gesund leben“ an. „Wir werden den Weg der letzten vier Jahre in ein freiheitliches und vielfältiges Gesundheitssystem fortsetzen und dabei gleichzeitig genügend Sicherheit bieten, damit betroffene Menschen bei einer Erkrankung nicht in eine finanzielle Notlage geraten“, heißt es dort zum Auftakt. So will die FDP das „Gesundheits- und Pflegesystem stärken und dafür sorgen, dass die Krankenversicherung auch in Zukunft bezahlbar bleibt.“

Private Krankenversicherung und Kostenerstattung
Konkret tritt die FDP für die freie Wahl des Arztes und der Krankenversicherung ein. Dazu gehörten auch eine starke private Krankenversicherung, die Abschaffung der Budgets und die Einführung der Kostenerstattung. Zumindest aber sollte jeder Patient eine Rechnung erhalten, die die Kosten für die in Anspruch genommenen Leistungen aufzeige. Die FDP plädiert außerdem für eine Beitragsautonomie der Krankenkassen. „Einer Einheitskasse mit Einheitsversorgung für den Einheitspatienten erteilen wir eine klare Absage“, heißt es in dem Programm.

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Altersmedizin stärken
Das deutsche Gesundheitswesen ist der FDP zufolge in vielen Bereichen noch nicht hinreichend auf die immer längere Lebenszeit der Menschen eingestellt. Deshalb möchte die Partei die Altersmedizin stärker in den Fokus nehmen und gleichzeitig die Menschen dabei unterstützen, möglichst gesund alt zu werden: „Gute Prävention verbessert die Lebensqualität, vermeidet Krankheiten oder zögert ihr Eintreten zumindest heraus“, heißt es in dem Programm. Schwerpunkte der Präventionsstrategie seien HIV, Diabetes, Übergewicht und psychische Erkrankungen.

Mehr Telemedizin und weniger Bürokratie
Außerdem möchte die Partei die Telemedizin stärken und deren Anwendung auch rechtlich erleichtern. Der Abbau von Bürokratie ist der FDP ebenfalls ein Anliegen. Dazu möchte sie stärker auf die Kontrolle von Ergebnisqualität statt auf die Vorgabe von Strukturen und Prozessen setzen.

Pflege stärken
Neben dem ärztlichen Bereich ist der Partei auch die Pflege wichtig. „Wir wehren uns gegen Bestrebungen, dass künftig nur noch Abiturienten eine Pflegeausbildung machen dürfen.“ Vielmehr sei die Aus-, Weiter- und Fortbildung von Pflegekräften von entscheidender Bedeutung dafür, ob es gelingt, die Qualität der Pflege dauerhaft auf hohem Niveau zu gewährleisten.   

Das Bürgerprogramm 2013 der FDP soll auf einem außerordentlichen Parteitag Anfang Mai beschlossen werden. © hil/aerzteblatt.de

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Zeuys
am Mittwoch, 20. März 2013, 16:30

Agenda der FDP

Das Ergebnis von der Agenda FDP können Sie schon jetzt hier http://file2.npage.de/012547/57/html/rache.htm einsehen. Herr Rösler als er noch Gesundheitsminister war hat er unbegrenzten Zusatzbeitrag eingeführt mit dem versprechen eine Sozialausgleiches, was daraus geworden ist können Sie im diesem Link einsehen. Der Sozialausgleich war eine klittze kleine Lüge von Herrn Rösler.
Zeuys
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