Politik

Demenzkranke: Nachbarschaftshelfer sollen Betreuung verbessen

Dienstag, 26. März 2013

Desden – Demenzkranke in Sachsen sollen mit einem neuen Angebot bessere Betreu­ung erhalten. Künftig sollen die Aufgaben nicht nur professionelle Anbieter übernehmen, sondern auch sogenannte Nachbarschaftshelfer, wie Sozialministerin Christine Clauß (CDU) am Dienstag in Dresden sagte. Zuvor hatte das Kabinett den entsprechenden Entwurf einer neuen Verordnung zur Anerkennung und Förderung von Betreuungs­angeboten zur Anhörung freigegeben.

Die Änderungen sollen Clauß zufolge so schnell wie möglich in Kraft treten. Nachbar­schaftshelfer ersetzten die professionelle Pflege zwar nicht, sie könnten dennoch zur Entlastung der Fachkräfte beitragen, sagte die Ministerin. Vorstellbar sei zum Beispiel, Demenzkranken vorzulesen, mit ihnen zu spielen oder einkaufen zu gehen. Sie hoffe auf eine Stärkung zivilgesellschaftlicher Hilfe. Clauß verwies auf die derzeit 140.000 Pflegebedürftigen im Freistaat, deren Zahl in den kommenden Jahren stark ansteigen werde.

Anzeige

Anerkannte Nachbarschaftshelfer – die ein begrenztes Entgelt erhalten – müssen allerdings einige Voraussetzungen erfüllen. Sie dürfen nicht in häuslicher Gemeinschaft mit den Betreuten leben und nicht mit ihnen eng verwandt sein. Zudem müssen sie an Pflegekursen teilnehmen. Es dürfen maximal zwei Menschen betreut und höchstens zehn Euro pro Stunde abgerechnet werden.

Pflegekassen zahlen pro Monat bis zu 200 Euro
Das Angebot wird von den Pflegekassen bezahlt. Bedürftige, die erheblich in ihren Fähigkeiten eingeschränkt sind, können dort zusätzliche Betreuungsleistungen in Anspruch nehmen. Die Pflegekassen zahlen dafür zwischen 100 und 200 Euro pro Monat. Die Nachbarschaftshelfer seien ein weitere Baustein der „Solidarmodelle“ in der sächsischen Pflege, sagte Clauß. Dazu gehöre auch die Förderung der Alltagsbegleiter.

Die Liga der sächsischen Wohlfahrtsverbände hatte vergangene Woche einen Ausbau der Pflegebranche im Freistaat angemahnt. Die demografische Entwicklung führe zu einer „unvorstellbaren Verschiebung der Gesellschaftsstruktur“, hieß es. Die Verbände rechnen bis 2030 mit einem zusätzlichen Bedarf von über 30.000 professionellen Pflegekräften in Sachsen. © dapd/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Politik

Nachrichten zum Thema

24.08.16
Salzburg – Ratten, die an einer Pollenallergie leiden, zeigen nach einer Allergenexposition eine verstärkte Neurogenese und herabgesetzte Aktivität der Mikroglia im Hippocampus. Wissenschaftler um......
11.08.16
Alzheimer: Gedächtnisverlust konnte bei Mäusen aufgehoben werden
Manchester – Forschern ist es bei Mäusen gelungen, den typischen Gedächtnisverlust der Alzheimer-Erkrankung vollständig aufzuheben. Dafür injizierten sie ein bereits bekanntes entzündungshemmendes......
09.08.16
Jena – Angehörige von Demenzkranken profitieren von einer telefonischen Begleitung. Das legt das Forschungsprojekt „Telefonische Therapie für Angehörige von Demenzkranken“ (Tele.TAnDem) an der......
28.07.16
Montreal – Ein Wirkstoff, der im Gehirn die Aggregation von Tau-Fibrillen verhindern soll, hat in einer Phase-3-Studie die Erwartungen nicht ganz erfüllt. Nach den Ergebnissen, die auf einer......
28.07.16
Irvine – Alte Menschen, die einen schlechten Gleichgewichtssinn haben, könnten ein erhöhtes Demenzrisiko tragen. Davon gehen Forscher der University of California aus. Die Arbeitsgruppe um Szofia......
26.07.16
New York – Die bei der Alzheimerkrankheit typischen Tau-Proteine wandern über den extrazellulären Raum und könnten so andere Zellen infizieren. Möglicherweise spielt dies eine Rolle bei der......
19.07.16
Alzheimer Gesellschaften fordern, Kranke weniger zu fixieren
Düsseldorf – Angehörige von Menschen mit Demenz wollen die Verwendung von Gurten und Gittern bei den Kranken deutlich verringern. „Es wird viel zu viel festgegurtet“, sagte Regina Schmidt-Zabel,......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige