In Honorarverhandlungen Plus bei Erkältungskrankheiten berücksichtigen
Dienstag, 2. April 2013
Berlin – Der NAV-Virchowbund fordert, bei den Honorarverhandlungen die in diesem Winter deutlich gestiegene Zahl der Erkältungskrankheiten zu berücksichtigen. „Mehr Kranke bedeuten mehr Arbeit für die Praxisärzte. Wie bei jeder anderen Berufsgruppe muss sich dieser Leistungszuwachs auch beim Honorar widerspiegeln“ sagte Dirk Heinrich, Bundesvorsitzender des NAV-Virchowbundes.
Nach Angabe der Kaufmännischen Krankenkasse mussten allein im Januar ein Drittel mehr Arbeitnehmer erkältungsbedingt krankgeschrieben werden als im Januar des Vorjahres. Der harte und langanhaltende Winter 2012/2013 habe die Ausbreitung von Erkältungsviren stark begünstigt, so die Krankenkasse. Bei der Diagnose „grippaler Infekt“ sei die Quote im Vergleich zum Vorjahr um 46 Prozent gestiegen.
Heinrich forderte, bei der im Herbst anstehenden Verhandlungsrunde über die Ärztehonorare 2014 sollten sich die Krankenkassen an die vollen Wartezimmer und vielen Erkältungsfälle in der kalten Jahreszeit erinnern. Er kritisierte, das derzeitige vertragsärztliche Vergütungssystem schütze die Krankenkassen vor wetterbedingten Mehrausgaben beim ärztlichen Honorar.
„Was mit uns Ärzten gemacht wird, ist für andere Branchen undenkbar. Man stelle sich vor, dass eine Autowerkstatt in einem harten Winter die durch Eis und Schnee verursachten Schäden ab einer bestimmten Grenze selbst bezahlen müsste, weil die Versicherer nicht mehr dafür aufkommen“, so Heinrich. © hil/aerzteblatt.de
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