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Arzthaftpflicht: Deckungssummen oft zu niedrig

Montag, 15. April 2013

Köln – Auch vor dem Hintergrund des gerade in Kraft getretenen Patienten­rechte­gesetzes sollten Ärztinnen und Ärzte ihren Berufshaftpflichtschutz überprüfen. Das empfiehlt Ute Ulsperger, Leiterin der Abteilung Heilwesenhaftpflichtschaden bei der HDI-Versicherung AG: „Die Deckungssummen vieler Berufshaftpflichtversicherungen gerade bei Ärzten, die schon längere Zeit praktizieren und daher meist ältere ‧Haftpflichtversicherungen haben, reichen nicht mehr aus.“

Häufig seien in den 80er und 90er Jahren Verträge mit Deckungssummen von nur einer oder zwei Millionen DM abgeschlossen worden – „heute viel zu wenig, um auch bei größeren Schäden die Schadensummen zu decken“. Dann haftet der Arzt regelmäßig mit seinem beruflichen und privaten Vermögen.

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Die Schadenzahlungen bei Haftpflichtschäden im Heilwesen seien in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen, erläutert die Haftpflichtexpertin – aber nicht etwa wegen eines zahlenmäßigen Anstiegs der Fälle, sondern wegen des massiv gestiegenen Aufwands bei den „Großschäden“. Ulsperger sieht dabei eine Ursache in der Rechtsprechung: „Die Gerichte sprechen den Geschädigten vermehrt höhere Entschädigungen zu.“

Für Unsicherheit sorgt auch das gerade in Kraft getretene Patien‧tenrechtegesetz. „Das in jahrzehntelanger Rechtsfortbildung entwickelte Richterrecht zur Arzthaftung hat zwar durch das neue Gesetz im Wesentlichen keine Änderung erfahren, trotzdem ist anzunehmen, dass Patienten aufgrund dieser gesetzlichen Grundlage in Zukunft häufiger als zuvor aktiv werden“, vermutet Ulsperger. Sie empfiehlt Deckungssummen von mindestens fünf Millionen Euro. © JF/aerzteblatt.de

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