Medizin

US-Pädiater: Schwule und Lesben können gute Eltern sein

Montag, 15. April 2013

Boston – Die American Academy of Pediatrics hat sich kürzlich für die rechtliche Gleich­behandlung von gleichgeschlechtlichen Paaren ausgesprochen, die Kinder erziehen. Auch die Adoption müsse unabhängig von der sexuellen Orientierung möglich sein. In einem Technical Report in Pediatrics (2013; doi: 10.1542/peds.2013-037) folgt jetzt die wissenschaftliche Argumentation.

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Das Committee on Psychosocial Aspects of Child and Family Health um Benjamin Siegel vom Boston Medical Center schreibt, es seien in den letzten 30 Jahren keine Hinweise gefunden worden, dass Kinder, die bei schwulen oder lesbischen Eltern aufwuchsen, Nachteile in ihrer sozialen, psychologischen oder sexuellen Gesundheit erlitten hätten, obwohl gleichgeschlechtliche Paare in dieser Zeit durchaus gesetzlichen Einschrän­kungen und sozialen Stigmata ausgesetzt gewesen seien.

Mehr als 100 wissenschaftliche Untersuchungen hätten vielmehr gezeigt, dass das Wohlergehen der Kinder sehr stark von der emotionalen Stabilität und der erzie­herischen Kompentenz der Eltern abhänge, nicht aber von der sexuellen Orientierung. Die US-Pädiater erinnern daran, dass es in den USA ansonsten kaum legale Hindernisse gegen eine Ehe gebe. Auch Menschen mit einer kriminellen Vorgeschichte (einschließ­lich Kindesmisshandlung) könnten heiraten und Kinder bekommen.

Für die US-Pädiater ist durch Studien belegt, dass eine Familie, die in den USA nur drei Viertel aller Kinder kennen (die anderen werden von Alleinerziehenden oder getrennt lebenden Elternteilen erzogen), die emotionale Entwicklung der Kinder am besten fördert. Die eheliche Gleichstellung könne auch die sozialen Benachteiligungen abbauen, denen schwule und lesbische Paare ausgesetzt sind und unter denen dann vor allem die Kinder zu leiden hätten. © rme/aerzteblatt.de

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cattac13
am Donnerstag, 18. April 2013, 07:44

und wenn wir schon mal bei den wissenschaftlichen Studien sind...

...wäre es vielleicht auch mal an der Zeit, wissenschaftlich zu untersuchen, inwiefern es denn im Sinne des Kindeswohls und/oder der Gesellschaft ist, wenn rothaarige Eltern, Eltern mit Abstehohren oder Menschen, deren Nachname mit "A" beginnt, Kinder großziehen; meines Wissens wurde das bisher noch nicht untersucht - wissen kann man's also nicht.

Nein - keine Ironie! - wo kämen wir denn da hin!

Wirkliche Akzeptanz und Wertschätzung menschlicher Vielfalt beginnt offensichtlich erst dort, wo solche Fragen gar nicht mehr gestellt werden - geschweige denn, in aller Ernsthaftigkeit wissenschaftlich untersucht... .
Jeseria
am Dienstag, 16. April 2013, 17:48

Herr L.A.,

sind sie in der Lage, ihre Behauptungen zu untermauern?
Inwiefern wird in diesem Rahmen die Wissenschaft zur "Hure" des Zeitgeistes?
Hat nicht gerade die Wissenschaft eben diesen Zeitgeist geprägt?
Aufgrund der Erkenntnisse der Wissenschaft wurden Vorurteile abgebaut und die Möglichkeiten gescgaffen, dass sich die Menschheit in dem Maße und Tempo entwickelt, wie sie es derzeit tut.
Dank der Wissenschaft vertrauen wir nicht mehr blindlings auf ein übermächtiges, alllwissendes Wesen sondern auf uns selbst, unsere Mitmenschen, ja die ganze Gesellschaft, wir können kritisch hinterfragen, ohne um unser Leben fürchten zu müssen.
Und auch wenn die Ergebnisse für den ein oder anderen bitter und ernüchternd wirken, so sollte der eigene Blickwinkel verändert werden, statt in paranoider Verschwörungsmanier zu versuchen sich an alten Ansichten festzuklammern.
Und dieser Studie Ideologie oder ähnliches voruwerfen wirkt zu einer Zeit, in der Homosexualität gesellschaftlich immer noch stark verpönt ist und auch politisch ein Spiel mit dem Feuer darstellt, sehr oberflächlich und vor allem homophob, daher würde ich sie bitten, mir seriöse Quellen zu nennen, mit denen sie diese Aussagen stützen können.
Mit freundlichen Grüßen von jemand durch und durch Heterosexuellen
L.A.
am Dienstag, 16. April 2013, 13:47

Wenn sich die medizinische Wissenschaft...

...in den Dienst einer Ideologie und der Politischen Korrektheit stellt, dann bekommmt man auch das gewünschte Ergebnis !
"Selektive Wahrnehmung" heißt die Methode.
Und alles streng "wissenschaftlich".
Die Wissenschaft darf sich nicht zur Hure des Zeitgeistes machen !
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