Medizin

Rote Beete senkt Blutdruck

Dienstag, 16. April 2013

London – Ein hoher Nitratgehalt macht Rote Beete und einige andere Gemüsesorten zu einem effektiven Antihypertensivum. Eine experimentelle Studie in Hypertension (2013; doi: 10.1161/​HYPERTENSIONAHA.111.00933) dokumentiert einen überraschend deutlichen Rückgang der systolischen Blutdruckwerte.

Die Pharmakologin Amrita Ahluwalia erforschte an der Queen Mary Universität in London zunächst die Wirkung von Nitriten auf den Blutdruck. Nitrite werden im Körper enzyma­tisch zu Stickstoffmonoxid  reduziert, das ein potenter Vasodilatator ist. Die Experimente, die Ahluwalia an Ratten durchführte, zeigten denn auch, dass Nitrite bei Ratten eine deutliche blutdrucksenkende Wirkung haben - allerdings nur solange die Tiere nicht mit dem Xanthin-Oxidoreduktase-Inhibitor Allopurinol behandelt werden, der die Reduktion von Nitrit blockierte.

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Nitrit entsteht im Körper aus Nitraten, das mit der Nahrung aufgenommen wird. Nitrate sind vor allem in bestimmten Gemüsesorten wie Gartensalat, Weißkohl, Fenchel, vor allem aber in Roter Beete enthalten. Ahluwalia kann jetzt zeigen, dass Nitrate den Blutdruck ebenfalls senken können. Dies funktioniert nicht nur bei Ratten, sondern auch beim Menschen.

In einem Experiment tranken 15 Hypertonie-Patienten, die trotz systolischer Blutdruck­werte von 140 bis 159 mm Hg noch keine Medikamente erhalten hatten, 250 ml eines Rote-Beete-Saftes oder Wasser. Die Menge des Rote-Beete-Saftes war so gewählt, dass der Nitritgehalt im Blut um etwa 50 Prozent anstieg. Dies hatte in früheren Experimenten bei normotensiven Menschen keine Änderung des Blutdrucks bewirkt.

Bei den hypertensiven Patienten kam es dagegen zu einem deutlichen Abfall des systolischen Blutdrucks um etwa 12 mm Hg. Der Rückgang war 3 bis 6 Stunden nach dem Trinken des Saftes am größten und hielt über 24 Stunden an. Auch der diastolische Blutdruck wurde nach Auskunft von Ahluwalia signifikant gesenkt.

Im Ausmaß der Wirkung könnte sich der Rote-Beete-Saft durchaus mit Hochdruck­medikamenten messen lassen. Diese müssen ihre Wirkung (und Sicherheit) allerdings in längeren klinischen Studien an hunderten oder tausenden Patienten bewähren, während die Pharmakologin die Wirkung des Rote-Beete-Saftes nur an 15 ausgewählten Probanden untersucht hat, die auch nur eine einzige Dosis erhielten.

Die klinische Aussagekraft ist deshalb gering, und für die American Heart Association gibt es keinen Grund, Hypertonikern zu einer „Rote-Beete-Therapie“ zu raten. Der Saft ist zudem nicht Jedermanns Geschmack, einige dürften sich auch an der rötlichen Verfärbung des Urins stören, die bei einer dauerhaften Therapie kaum zu vermeiden wäre. Gegen eine gesunde Ernährung mit dem reichlichen Verzehr von nitrathaltigem Gemüse ist aus Sicht der British Heart Foundation jedoch nichts einzuwenden. Beide Fachgesellschaften sprechen sich für die weitere klinische Evaluierung aus. © rme/aerzteblatt.de

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dr.med.thomas.g.schaetzler
am Mittwoch, 17. April 2013, 09:42

Positive Effekte von Rote Be(e)te

Eine Portion Rote Bete (200 g, roh) enthält etwa 166 µg Folsäure und 1,8 mg Eisen. Damit liefert das Gemüse knapp 15 % der empfohlenen Tagesmenge an Eisen und mehr als 40 % der pro Tag empfohlenen Folsäuremenge. Folsäure ist sehr hitze- und lichtempfindlich. Rote Bete soll möglichst frisch, roh oder gedünstet gegessen werden. Rote-Bete-Saft ist lichtempfindlich. Vitamin C-Zusatz verbessert die Eisenresorption, stabilisiert den Nitratgehalt und verhindert Nitritbildung.

Bereits 2009 berichtete DÄ-online über eine kontrollierte Studie, die positive Wirkungen von 0,5 ltr. Rote-Bete-Saft tgl. bei Leistungssportlern nachwies.
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/37643/Rote-Beete-steigert-sportliche-Ausdauer?s=rote+beete

Die antihypertensive Wirkung von Rote Be(e)te ist übrigens schon seit 2008 bekannt.
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/31296/Rote-Beete-senkt-Blutdruck?s=rote+beete

Rote Bete Salat mit frischer Petersilie, Balsamico, Walnuss- oder Rapsöl und frischen Walnüssen bzw. gerösteten Sonnenblumenkernen ist ernährungsphysiologisch und genussmäßig der absolute Hammer!

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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