Politik

Einweisermanagement: Drei Viertel der Krankenhäuser haben kein Konzept

Dienstag, 16. April 2013

Berlin – Mehr als zwei Drittel der deutschen Krankenhäuser betreiben ein Einweiser­management. Lediglich ein Viertel verfügt dabei jedoch auch über ein übergeordnetes Konzept, das in den Kliniken und Abteilungen umgesetzt wird. Das geht aus einer Umfrage der Roland Berger Strategy Consultants GmbH unter Akutkrankenhäusern hervor. In den meisten Häusern gebe es weder zentrale Vorgaben zum Einweiser­management noch ein darauf bezogenes zentrales Controlling. „Bislang überlässt man die entsprechenden Aktivitäten in hohem Maße den einzelnen Abteilungen oder Kliniken und damit dem jeweiligen Chefarzt“, so die Autoren der Studie.

Nur zehn Prozent der Krankenhäuser nutzen zudem ein IT-unterstütztes Einweiserportal, in dem die niedergelassenen Ärzte Patientendaten abfragen, Dokumente einstellen oder Termine buchen können. Knapp 30 Prozent planen jedoch, ein solches Portal einzu­führen.

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Der Unternehmensberater betont die Bedeutung der einweisenden Ärzte für den ökonomischen Erfolg eines Krankenhauses. „Gerade bei selektiven Eingriffen und Behandlungen haben sie einen großen Einfluss darauf, für welches Krankenhaus ihre Patienten sich entscheiden“, heißt es in der Umfrage.

Krankenhäuser, die ein Konzept zum Einweisermanagement haben, ermitteln regelmäßig die Wünsche und Einstellungen ihrer Einweiser, insbesondere mit Hilfe von Zufrieden­heitsbefragungen. Sie führen regelmäßig Informationsveranstaltungen durch oder veröffentlichten Informationen in der lokalen Presse. „Selten bis sehr selten kommen dagegen Newsletter, Tage der offenen Tür, der Versand von Qualitätsberichten oder eine Klinikzeitung für niedergelassene Ärzte als Marketingmaßnahmen zum Einsatz“, so die Autoren.

Als bereits realisiert betrachten die Krankenhäuser am ehesten eine schnelle Arztbrief­zustellung sowie eine gute telefonische Erreichbarkeit wichtiger Ansprechpartner im Krankenhaus. Nur gelegentlich verwirklicht sind hingegen die Möglichkeit für Einweiser, freie Bettenkapazitäten telefonisch zu erfragen und zu buchen, die Abstimmung der Entlassung oder ein formales Beschwerdemanagement.

Roland Berger hatte im Herbst 2011 1.994 Akutkrankenhäuser angeschrieben; etwa zehn Prozent hatten geantwortet. © fos/aerzteblatt.de

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H.-D. Falkenberg
am Mittwoch, 17. April 2013, 15:53

Einweisermanagement...................

Ähnlich ist die Situation bei der Entlassung. Insbesondere die demografische Entwicklung, die Patienten werden immer älter und nach Ablauf der DRG-Zeit ggf. im pflegebedürftigen Zustand die Klinik verlassen, ohne zu wissen, wie es weitergeht. "Es muss nicht immer Altenheim sein!", aber sehr oft kennen weder die Ärtzeschaft noch die pflegenden Personen die meist (noch) ausreichenden und konstengünstigeren Alternativen, wie Hausgemeinschaften, ambulant betreuten Wohngemeinschaften u.a. Selbst in Reha-Einrichtungen, eigenes Erleben, fehlt meist die Info. Ich konnte diese Wissenslücke durch einen Vortrag vor Ort schnell schließen.
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