Ärzteschaft

Klinische Forschung am Menschen: Neue Deklaration von Helsinki zur Diskussion

Mittwoch, 17. April 2013

Berlin – Einen überarbeiteten Entwurf der sogenannten Deklaration von Helsinki hat der Weltärztebund im Internet zur öffentlichen Diskussion freigegeben. Die Deklaration gilt weltweit als ethischer Standard für die klinische Forschung am Menschen. Sie wurde 1964 verabschiedet und feiert 2014 ihr 50-jähriges Bestehen. Die Bundesärztekammer (BÄK) leitet eine internationale Arbeitsgruppe, welche die Deklaration überarbeitet.

Anzeige

„Die vorgelegte überarbeitete Version ist das Ergebnis einer über zweijährigen Diskussion und mehreren internationalen Expertenkonferenzen“, sagte BÄK-Präsident Frank Ulrich Montgomery. Im jetzt startenden sogenannten Konsultationsprozess könnten Experten und die Öffentlichkeit bis Mitte Juni zum neuen Entwurf Stellung nehmen.

Zu Beginn ihrer Arbeit im Oktober 2011 hatte sich die Arbeitsgruppe auf einige grundlegende Dinge verständigt:

  • Die Deklaration sollte ihren übergeordneten Charakter behalten und weiterhin auf detaillierte technische Anleitungen verzichten.
  • Die letzte Überarbeitung stammt aus dem Jahr 2008. Diese Deklaration umfasst 2.047 Worte. Die Arbeitsgruppe verständigte sich darauf, diesen Umfang annähernd einzuhalten.
  • Die neue Version fordert einen größerer Schutz für besonders vulnerable Studienteilnehmer, zum Beispiel Kinder oder alte Menschen, sie bezieht zum ersten Mal Aspekte von Kompensation ein und präzisiert die Anforderungen für Maßnahmen nach Abschluss einer Studie. Außerdem schlagen die Autoren einen systematischeren Ansatz beim Gebrauch von Placebos vor. Die Überarbeitung soll die Deklaration zudem lesbarer und verständlicher machen.
© hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Ärzteschaft

Nachrichten zum Thema

25.11.16
Köln – Bei leicht bis moderat verlaufender Influenza verkürzen die verfügbaren antiviralen Arzneimittel, insbesondere die Neuraminidasehemmer (NIs) Oseltamivir und Zanamivir, je nach Patientengruppe......
11.11.16
„Niemand wird zur Verfügungsmasse fremder Entscheidungen“
Berlin – In Deutschland ist künftig die Forschung an nicht einwilligungsfähigen Erwachsenen in engen Grenzen erlaubt, auch wenn sie diesen nicht direkt nützt, sondern nur Menschen davon profitieren,......
11.11.16
Berlin – Mit 357 Ja- und 164 Nein-Stimmen haben die Abgeordneten des Deutschen Bundestages heute namentlich dem „Entwurf eines Vierten Gesetzes zur Änderung arzneimittelrechtlicher und anderer......
09.11.16
Berlin – Künftig ist in Deutschland die Forschung an nichteinwilligungsfähigen Erwachsenen erlaubt, auch wenn sie diesen nicht direkt nützt, sondern nur Menschen davon profitieren, die an derselben......
08.11.16
Berlin – Der Bundestag soll nach langen Diskussionen über eine umstrittene Neuregelung für die Forschung an Nichteinwilligungsfähigen wie zum Beispiel Demenzkranken entscheiden. Bei der zweiten und......
07.11.16
BIA 10-2474: Pathogenese von Todesfall in klinischer Studie weiter unklar
Rennes – Noch immer ist unklar, warum ein in vorklinischen Studien unauffälliger Wirkstoff, der in einen vermeintlich harmlosen Regelkreis des Gehirns eingreift, in einer Phase 1-Studie schwere......
18.10.16
Berlin – Die Bundesregierung will Forschung an nicht einwilligungsfähigen Menschen, wie zum Beispiel schwer Demenzkranken, unter bestimmten Voraussetzungen ermöglichen. Das stößt auf Widerstand –......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige