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Magnetische Hirnstimulation lindert Entzugssymptome von Rauchern

Mittwoch, 17. April 2013

Charleston – Eine 15-minütige transkranielle Magnetstimulation (TMS) bestimmter Großhirnregionen hat in einer kleinen randomisierten klinischen Studie in Biological Psychiatry (2013; doi: 10.1016/j.biopsych.2013.01.003) die Entzugssymptome von Rauchern gelindert. Starke wechselnde Magnetfelder können über das physikalische Prinzip der elektromagnetischen Induktion Aktionspotenziale in Hirnzellen auslösen.

Die Anwendung ist vollkommen berührungsfrei und nach den bisherigen Erfahrungen auch ungefährlich. Ob sie allerdings auch eine Wirkung erzielt, ist unter Experten umstritten. Die US-Arzneibehörde FDA hat zwar 2007 ein Gerät zur Behandlung der Major-Depression zugelassen, allerdings mehr aufgrund der vermuteten Harmlosigkeit als kraft überzeugender Argumente zur klinischen Wirksamkeit.

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Auch die jetzt von Xingbao Li und Mitarbeitern der Medical University of South Carolina in Charleston vorgelegte Studie mit gerade einmal 16 Probanden kann keine abschließende Evidenz für sich beanspruchen. Sie zeigt aber, dass die TMS einen günstigen Einfluss auf das „Craving“ hat. Die Probanden, alle nikotinabhängig und derzeit nicht in Behandlung, wurden im Abstand von einer Woche zweimal behandelt. Dabei wurde im Stirnbereich eine TMS-Spule angelegt, die bei einer Therapiesitzung in der Frequenz von 10 Hertz insgesamt 3000 magnetische Impulse abgab, in der anderen Sitzung aber ausgeschaltet blieb.

Ziel der (echten) TMS war eine Stimulation des dorsolateralen Cortex, der im Gehirn auf das Belohnungssystem einwirkt. Bei Abhängigen lösen bestimmte Schlüsselreize, etwa der Anblick einer Zigarette, in diesen „Suchtzentren“ des Gehirns eine vermehrte Aktivität aus, die bei den Patienten den dringenden Wunsch nach einer Zigarette weckt.

In der Studie wurden die Patienten vor und nach der TMS (oder der Scheinbehandlung) derartigen Schlüsselreizen ausgesetzt. Wie Li berichtet, konnte das Craving durch die echte TMS signifikant gesenkt werden. Das Verlangen zum Rauchen war deutlich niedriger als nach der Scheinbehandlung. Ob dies allerdings ausreichen würde, um die Patienten von der Tabaksucht zu befreien oder wenigstens die Zahl der gerauchten Zigaretten zu senken, hat die Studie nicht untersucht.

Da der Effekt der TMS temporär ist, müsste die Therapie vermutlich in regelmäßigen Abständen wiederholt werden. Da die Behandlung, soweit bekannt, frei von Nebeneffekten ist, würden die Therapiesitzungen vor allem terminliche und wegen der Kosten der Therapie finanzielle Probleme aufwerfen. © rme/aerzteblatt.de

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