Medizin

Cetuximab enttäuscht bei Magenkrebs

Donnerstag, 18. April 2013

Leipzig – In einer der weltweit größten klinischen Studien, die jemals beim fortge­schrittenen Magenkrebs durchgeführt wurde, konnte der monoklonale Antikörper Cetuximab die Ergebnisse einer Standardchemotherapie nicht verbessern. Aufgrund der erhöhten Toxizität raten die Onkologen in Lancet Oncology (2013; doi: 10.1016/S1470-2045(13)70102-5) jetzt von der Therapie ab.

Obwohl viele solide Tumore Rezeptoren für den Epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor (EGFR) exprimieren, ist der Einsatz des monoklonalen Antikörpers Cetuximab, der EGFR blockiert, bislang auf Kolorektalkarzinome und Kopf-/Halsmalignome beschränkt. Das Magenkarzinom schien ein weiteres geeignetes Einsatzgebiet zu sein, zumal in Vorläu­ferstudien Hinweise auf eine gute Wirksamkeit beobachtet wurden, wie das Team um Florian Lordick von der Universität Leipzig berichtet.

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Den definitiven Beweis sollte die von der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie koordinierte EXPAND-Studie bringen. In 25 Ländern nahmen 904 Patienten an der randomisierten Studie teil. Alle Patienten litten an einem lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Adenokarzinom des Magens oder des gastro-ösophagealen Übergangs, das nicht operabel war.

Eine Standardtherapie ist in dieser Situation eine Chemotherapie aus Capecitabin plus Cisplatin. Sie wurde in der Studie bei der Hälfte der Patienten um Cetuximab erweitert. Primärer Endpunkt war das progressionsfreie Überleben. Es konnte wider Erwarten durch Cetuximab nicht verlängert werden, wie Lordick jetzt mitteilt.

Die Zeit bis zum Rezidiv oder dem Tod wurde sogar tendenziell von 5,6 auf 4,4 Monate verkürzt (Hazard Ratio 1,09, 0,92—1,29). Cetuximab erhöhte auch die Rate von Grad 3/4-Toxizitäten (83 versus 77 Prozent), so dass es aus Sicht der Studienleitung derzeit keinen Grund für den Einsatz von Cetuximab beim Magenkarzinom gibt.

Das Team will jetzt in Tumorgewebe und Blutproben nach möglichen Subgruppen suchen, in denen Cetuximab möglicherweise doch wirksam ist. Beim Darmkrebs ist der Eisatz von Cetuximab auf Patienten dem Wildtyp-K-Ras-Gen beschränkt. © rme/aerzteblatt.de

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