Kammer Niedersachsen empfiehlt Grippeimpfung für alle Kinder
Freitag, 19. April 2013
dpa
Hannover – Die Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) hat trotz der gerade endenden Influenzasaison zur Grippeimpfung für alle Kinder aufgerufen. „Zwar ebbt die Zahl der Erkrankungen zurzeit merklich ab, aber nach dem Spiel ist vor dem Spiel“, sagte ÄKN-Vizepräsident Gisbert Voigt.
Bereits nach den Sommerferien müssten sich Erwachsene Gedanken über den Grippeschutz für den nächsten Winter machen – insbesondere auch darüber, ob ihre Kinder geimpft werden müssen, so Voigt. Deshalb rät die ÄKN schon jetzt: Kinder sollten mittels Impfung vor einer Influenza geschützt werden, da sie besonders stark gefährdet sind. Denn die höchsten Erkrankungsraten finden sich der Kammer zufolge jedes Jahr bei Kindern und Jugendlichen. Diese Patientengruppe nehme zudem eine zentrale Rolle hinsichtlich Ausbreitung, Verlauf und Stärke einer Grippewelle ein.
Mit Sorge äußerte sich die ÄKN auch darüber, dass zunehmend Komplikationen wie eine zusätzliche bakterielle Infektion die Gefahren für an Influenza erkrankte junge Menschen deutlich erhöhen. Daher appelliert die Kammer an die Ständige Impfkommission (STIKO), die Impempfehlung auf alle Kinder – auch solche ohne Vorerkrankungen – auszudehnen.
Zurzeit rät die STIKO nur zu einer Grippeimpfung für Kinder und Jugendliche, wenn eine chronische Grunderkrankung oder eine angeborene beziehungsweise erworbene Abwehrschwäche besteht. Voigt: „Dies gehört auf den Prüfstand, zumal mit dem neuen nasalen Impfstoff für Kinder ab 24 Monaten bis 18 Jahren viele Probleme behoben worden sind.“ Der Impfstoff garantiere eine hohe Immunität und sei aufgrund seiner Verabreichung als Nasenspray für die Grippe-Impfung von Kindern sehr gut geeignet. © hil/aerzteblatt.de
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