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Pathologen kritisieren Aufnahme ihres Faches in die Bedarfsplanung

Dienstag, 23. April 2013

Berlin – Der Bundesverband Deutscher Pathologen hat erneut gefordert, den Fach­bereich wieder aus der Bedarfsplanung herauszunehmen. „Eine Beplanung wird sowohl unserem Fach als auch der Patientenversorgung einen erheblichen Schaden zufügen“, sagte der Präsident des Verbandes, Werner Schlake, gestern anlässlich des 13. Bun­des­kongresses Pathologie in Berlin. Denn eine Beplanung der Pathologie bedeute eine Rückentwicklung zur sektoralen Trennung eines bislang integrativen Faches.

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Bisher gebe es in der Pathologie keine Trennung in einen ambulanten und einen stationären Sektor, erklärte Schlake. Was andere Fachbereiche anstrebten, sei in der Pathologie also bereits realisiert – und werde nun zurück entwickelt.

Heute würden in den Instituten sowohl Muster aus dem ambulanten als auch aus dem stationären Bereich untersucht und damit Früh- und Spätformen von Krankheits­verläufen. „Diese integrierende Diagnostik ist konstitutiv für das Querschnittsfach Pathologie“, so Schlake. Infolge der neuen Bedarfsplanung würden von den Kassenärztlichen Vereinigungen nun jedoch Arztsitze nicht mehr genehmigt.

Die Folge sei, dass in Instituten Pathologen arbeiteten, die nur noch stationäre Diagnostik durchführen dürften und damit Frühformen von Krankheitsverläufen nicht mehr zu Gesicht bekämen. Das mache eine integrative Diagnostik unmöglich und führe zu einem Kompetenzverlust.

Mit der Bedarfsplanungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses wurden die Pathologen zusammen mit acht weiteren, bislang nicht beplanten Fachbereichen Ende vergangenen Jahres in die Bedarfsplanung aufgenommen. Für die Pathologie mache das aber keinen Sinn, betonte die Geschäftsführerin des Bundesverbandes, Gisela Kempny. Denn „alles, was die Medizin inflexibel macht, will man bei uns erst herstellen. Das ist bizarr“.

Zudem sei die finanzielle Entwicklung des Fachbereiches in den vergangenen Jahren völlig unauffällig verlaufen, erklärte Schlake. Und außerdem könnten die Pathologen die Fallzahlen überhaupt nicht selbst generieren, sondern seien dabei von den klinischen Kollegen abhängig.

In Deutschland gibt es dem Verband zufolge derzeit 1.380 Pathologen an etwa 450 Instituten, von denen sich etwa drei Viertel in privater Trägerschaft befinden. 90 Prozent der Krankenhäuser werden von ihnen versorgt – zehn Prozent der Häuser haben also eine eigene Abteilung. © fos/aerzteblatt.de

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