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Junge Männer gehen seltener zur Vorsorgeuntersuchung beim Zahnarzt

Dienstag, 23. April 2013

Berlin – Fast ein Drittel der Deutschen kneift vor der jährlichen Vorsorgeuntersuchung beim Zahnarzt. Vor allem junge Männer scheuen den Gang in die Zahnarztpraxis, wie aus dem heute in Berlin veröffentlichten Barmer-GEK-Zahnreport hervorgeht. Nur 54 Prozent der 20- bis 24-jährigen Männer suchte demnach 2011 einen Zahnarzt auf. Bei den gleichaltrigen Frauen waren dies 67 Prozent.  

Insgesamt gingen 2011 rund 73 Prozent der Frauen zur Behandlung oder Vorsorge zum Zahnarzt, bei den Männern waren es nur 66 Prozent. Auch die Prophylaxe nehmen viele nicht so wichtig: Nur etwa jeder zweite Erwachsene lässt sich einmal im Jahr den Zahnstein entfernen.   

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Ist dann ein Zahnersatz fällig, müssen Patienten tief in den Geldbeutel greifen. Im Jahr 2009 lagen die Durchschnittskosten für Zahnersatz laut dem Report bei 1.382 Euro pro Patient. Mehr als die Hälfte, 56 Prozent, mussten Patienten aus eigener Tasche zahlen – das waren durchschnittlich 776 Euro.

Zwischen 2005 und 2009 erhöhte sich der Privatanteil an den Gesamtkosten damit um einen Prozentpunkt. Auch in den Folgejahren setzte sich laut Studie dieser Aufwärtstrend fort. Besonders hoch ist der Eigenanteil für Patienten beim Zahnersatz in Baden-Württemberg und Bayern, während der Anteil in Sachsen-Anhalt und Brandenburg deutlich unter dem Bundesdurchschnitt liegt.   „Die aktuellsten Zahlen zum Zahnersatz stammen von 2009. Für 2013 rechnen wir mit einem privaten Kostenanteil von nahe 60 Prozent. Der Rest wird über den Festzuschuss der Krankenkassen beglichen“, sagte Barmer-GEK-Chef Rolf-Ulrich Schlenker. Zwar seien die Eigenanteile nicht so dramatisch gestiegen wie befürchtet, erklärte der Barmer-GEK-Chef. „Aber der schleichende Trend zu höheren Privatkosten ist unverkennbar.“

Die Gründe für den stetigen Aufwärtstrend sieht er vor allem in der mangelhaften Transparenz der zahnärztlichen Behandlung. Zahnersatz sei so teuer, weil die Beratung der Zahnärzte häufig auf höherwertige Materialien wie Keramikfüllungen abziele. Nirgendwo sonst im Gesundheitswesen sei die Aufspaltung in eine Basisversorgung und privat zu zahlende Premiumbehandlungen weiter fortgeschritten. „Es muss den Versicherten klipp und klar gesagt werden, was an Kosten auf sie zukommt“, so Schlenker.

Die Bundeszahnärztekammer sieht in den steigenden Kosten ein wachsendes Qualitäts- und Gesundheitsbewusstsein der Deutschen. „Der Patient entscheidet, welche Erwartungen und Ansprüche er an seinen Zahnersatz hat“, erklärte der Präsident der Bundeszahnärztekammer, Peter Engel. Neue technische Entwicklungen in der Zahnversorgung würden eine größere Bandbreite an Möglichkeiten ergeben. Eine höherwertige Versorgung bedeute zugleich höhere Material- und Laborkosten. Diese machten etwa 60 bis 70 Prozent der Gesamtkosten aus. © afp/dpa/aerzteblatt.de

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