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Ärzteschaft

„Wir konzentrieren uns auf die Nähe zwischen Arzt und Patient“

Mittwoch, 24. April 2013

Berlin – „Wir arbeiten für Ihr Leben gern“ – das ist der Slogan der Imagekampagne der niedergelassenen Haus- und Fachärzte, die morgen mit einem Spot kurz vor der „tagesschau“ startet. Entwickelt hat sie die Agentur „Ressourcenmangel“. Deren Berliner Niederlassungsleiter Cornelis Stettner erklärt im Gespräch mit dem Deutschen Ärzteblatt, warum man keine weißen Arztkittel zu sehen bekommt, was die wichtigsten Botschaften sind und warum ihm als Sohn einer Ärztin die Kampagne auch privat gefällt.

5 Fragen an Cornelis Stettner von der Agentur „Ressourcenmangel”

DÄ: Herr Stettner, warum hat die Agentur den Slogan „Wir arbeiten für Ihr Leben gern“ gewählt?
Stettner: Wir finden: Er bringt die Essenz der Kampa­gne auf den Punkt, nämlich warum ein Arzt seinen Beruf ergreift. Ich bin selbst ein Arztkind, meine Mutter war vor ihrem Ruhestand hausärztliche Internistin in eigener Praxis. Ich habe die Schattenseiten des Arztberufs durchaus mitbekommen, aber ich habe auch immer gesehen: Meine Mutter liebt ihren Beruf, sie hat ihn gewählt, weil sie Menschen helfen will. Auf diese einfache Formel kann man es bringen.

DÄ: Was ist für Sie das Wichtigste an der Kampagne?
Stettner: Dass wir mit echten Ärztinnen und Ärzten arbeiten. Wir konzentrieren uns dabei ganz bewusst auf ihre Gesichter. Wir wollen so Verständnis schaffen für ärztliche Anliegen, weil wir glauben, dass da mittlerweile einiges im Argen liegt. Der Arzt im weißen Kittel oder als Forscher im Elfenbeinturm, solche Bilder gibt es in der Kampagne nicht. Ihre Botschaft ist: Der Arzt ist ein Bürger, genau wie Du. Er kann etwas Besonderes, aber in erster Linie ist er jemand, der Dir zur Seite steht und helfen möchte. Und diesen Menschen zeigen wir.

DÄ: Was ist das Besondere an der Kampagne?
Stettner: Dass wir den Blick wieder auf die Nähe zwischen Arzt und Patient lenken wollen. Auch in  handwerklicher Hinsicht gibt es einiges, was besonders ist, zum Beispiel dass wir uns in den Fernsehspots die Zeit nehmen konnten, ohne die sonst in Werbe­blocks üblichen Hetze die Geschichte der niedergelassenen Ärzte erzählen zu können. Und dass diese Spots mit einer innovativen Schwarz-Weiß-Kamera gedreht wurden, die noch gar nicht auf dem Markt zu kaufen ist. Aber solche technischen Details interessieren wahrscheinlich viele nicht.

Imagekampagne der niedergelassenen Ärzte: „Wir arbeiten für Ihr Leben gern“

Start ist am 26. April. Ein TV-Spot kurz vor der „Tagesschau“ bildet den Auftakt für eine Kampagne, mit der die Kassenärztliche Bundesvereinigung das Bild der Ärzte in der Öffentlichkeit verbessern will.

DÄ: Welche Ziele wollen Sie mit den Plakaten, den Spots und den Begleitangeboten erreichen?
Stettner: Ein mittelfristiges Ziel ist es, die Attraktivität des Arztberufs zu steigern, klarzumachen, dass es und warum es ein toller Beruf ist. Zum Start der Kampagne geht es uns allerdings erst einmal darum, einen breiten Aufschlag zu machen, Reichweite mit den Motiven zu erzielen. Danach wollen wir thematisch besondere Zielgruppen an­sprechen, unter anderen Medizinstudierende. Das Ganze ist eine Aufmerksamkeits- und Aufklärungskampagne, keine politische. Es geht darum, Aufmerksamkeit zu schaffen für die Anliegen der Ärzte.

DÄ: Wie, meinen Sie, werden Ärztinnen und Ärzte auf die Kampagne reagieren?
Stettner: Ich hoffe sehr, dass sie sich verstanden fühlen. Zumindest auf die Ärztinnen und Ärzte, die mitgemacht haben, trifft das zu. Sie fanden: Ja genau, das muss man mal sagen. Das ist uns auch das Wichtigste. Ich denke, niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten können sagen: Ja, das unterstütze ich.
 

© Rie/aerzteblatt.de

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Loewenherz
am Freitag, 26. April 2013, 12:35

Erklärung bitte...

Mich würde tatsächlich interessieren, wie eine Imagekampagne "die Attraktivität des Arztberufs zu steigern" vermag.
Bisher sind für mich vor allem überbordender Bürokratieaufwand, Dauerjetlag bei ständigen Schichtdienstwechseln bei chronischem "Personalmangel" (die Stellen sind schon besetzt, so ists ja nicht. Nur eben verhältnismäßig zu wenig) und narzißtische Vorgesetzte die Dinge die mir den Alltag verleiden.
gut, und es hilft nicht, dass für deutlich mehr Geld mein Mitbewohner Raketenlenksysteme für den Staat konstruiert und das bei ner gesicherten Mo-Fr 36.5h Woche.

Ich glaube ja weiterhin dass das Problem nicht im "Image" und damit zu wenigen Arzt-Interessenten liegt, sondern dass die Arbeitsbedingungen danach eben wenig familienfreundlich und wenig sozialverträglich sind. Die Niederlassungsbedingungen sind da auch keine Hilfe.

Aber wahrscheinlich hab ich schon wieder was nicht verstanden. :)

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