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Valproinsäure in der Schwangerschaft kann Autismus auslösen

Mittwoch, 24. April 2013

Aarhus – Nach einer intra-uterinen Exposition mit Valproinsäure kommt es in einem hohen Prozentsatz zu Autismus-Spektrum-Störungen bis hin zum Autismus im engeren Sinn. Dies kam in einer bevölkerungsbasierten Studie aus Dänemark im US-amerika­nischen Ärzteblatt (JAMA 2013; 309: 1696-1703) heraus. Sie unterstreicht die Empfeh­lung von Fachverbänden, auf den Einsatz von Valproinsäure bei Patientinnen im gebärfähigen Alter nach Möglichkeit zu verzichten oder eine zuverlässige Kontrazeption sicherzustellen.

Antiepileptika gehören zu den am häufigsten verschriebenen teratogenen Medika­menten. Valproinsäure gilt als besonders riskant. Nach einer Monotherapie kommt jedes zehnte Kind mit einer angeborenen Fehlbildung zur Welt. Am häufigsten sind Spina bifida, Vorhofseptumdefekt, Gaumenspalten, Hypospadien, Polydaktylie und Kranio­synostosen. Kürzlich warnte die US-Arzneibehörde FDA vor kognitiven Störungen. Die deutschen Fachinformationen weisen auch auf einen möglichen Zusammenhang mit Autismus-Spektrum-Störungen hin.

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Jakob Christensen von der Universitätsklinik Aarhus und Mitarbeiter haben das Risiko jetzt in einer Untersuchung quantifiziert, die alle 655.000 Geburten in Dänemark in den Jahren 1996 und 2006 umfasst. Die Prävalenz von Autismus-Spektrum-Störungen in der Gesamtgruppe betrug 1,52 Prozent bis zum 14. Lebensjahr.

Unter den 508 Kindern, die intrauterin Valproinsäure ausgesetzt waren, war das absolute Erkrankungsrisiko mit 4,42 Prozent signifikant höher. Christensen errechnet eine adjus­tierte Hazard Ratio von 2,9 (95-Prozent-Konfidenzintervall 1,7-4,9). An einem Autismus im engeren Sinn erkrankten 0,48 Prozent aller Kinder und 2,50 Prozent der intrauterin exponierten Kinder. Die Hazard Ratio beträgt hier 5,32 (2,7-10,0).

Aufgrund der umfassenden Analyse aller dänischen Kinder und der hohen Qualität dänischer Krankenregister dürfte damit außer Zweifel stehen, dass eine intrauterine Exposition mit Valproinsäure autistische Erkrankungen auslösen kann.

Der Zeitpunkt der Exposition passt zu den derzeitigen Krankheitskonzepten, die Autismus-Spektrum-Störungen als Entwicklungsstörung des Gehirns deuten, die vor der Geburt beginnen. Eine andere aktuelle Studie bringt auch die intra-uterine Exposition mit Antidepressiva mit Autismuserkrankungen in Verbindung. © rme/aerzteblatt.de

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