7.926 News Medizin

Medizin

Soziale und berufliche Nachteile nach Meningitis

Mittwoch, 24. April 2013

Kopenhagen – Wer als Kind an einer bakteriellen Meningitis erkrankt, schafft später seltener einen höheren Schulabschluss und bleibt im Erwerbsleben oft erfolglos. Dies zeigt eine landesweite Kohortenstudie aus Dänemark im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2013; 309: 1714-1721).

Eine Meningitis mit Meningokokken, Pneumokokken oder Haemophilus influenzae hinterlässt, wenn sie überlebt wird, häufig bleibende Schäden. Zu den bekannten Folgen zählen ein Hörverlust und Anfallsleiden. Es kann aber auch zu motorischen Defiziten und kognitiven Einschränkungen kommen, die die schulische und spätere berufliche Karriere beeinträchtigen.

Anzeige

Casper Roed von der Universitätsklinik Kopenhagen hat die Auswirkungen der Erkrankungen an 2.784 Kindern untersucht, die in den Jahren 1977 bis 2007 an einer bakteriellen Meningitis erkrankt waren.

Für alle drei Meningitis-Ursachen kann Roed negative Auswirkungen auf den schulischen Erfolg nachweisen. Besonders deutlich war dies nach Erkrankungen durch Meningokokken und Pneumokokken: Die Kinder schafften zu 11 Prozent und 10,2 Prozent seltener einen höheren Schulabschluss (12 Jahre) als die Normalbevölkerung.

Ein Hochschulabschluss wurde zu 7,9 und 8,9 Prozent seltener erreicht. Doch auch nach einer H. influenzae-Meningitis leidet die schulische Laufbahn. Der höhere Abschluss wurde zu 5,5 Prozent seltener und ein Hochschulabschluss zu 6,5 Prozent seltener erreicht.

Auch Nachteile in der beruflichen Laufbahn kann Roed nachweisen. Nach einer Meningitis durch Meningokokken, Pneumokokken oder H. influenzae standen die ehemaligen Patienten zu 3,8 Prozent, 10,6 Prozent und 4,3 Prozent seltener als der Bevölkerungsdurchschnitt wirtschaftlich auf eigenen Beinen, und sie bekamen zu 1,5 Prozent, 8,7 Prozent und 3,7 Prozent häufiger vorzeitige Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit.

Roed schlägt vor, Kinder nach einer überstandenen bakteriellen Meningitis bis ins Erwachsenenalter zu betreuen, und ihnen gegebenenfalls psychosoziale Unterstützung anzubieten. © rme/aerzteblatt.de

Drucken Versenden Teilen
7.926 News Medizin

Nachrichten zum Thema

22.01.13
Brüssel – Die EU-Kommission hat erstmals einen Impfstoff gegen die Meningitis B zugelassen. Die Vakzine 4CMenB (Bexsero) darf bei Kindern ab 2 Monaten und Erwachsenen eingesetzt werden. Die Zulassung...
15.10.12
Atlanta – Die Zahl der Patienten, die in den USA nach epiduraler Injektion eines mit Pilzen kontaminierten Steroidpräparats gestorben, ist am Wochenende auf 15 gestiegen. Insgesamt sind 205 Menschen...
12.07.12
Hamburg – In Deutschland gibt es immer weniger Hirnhautentzündungen durch Meningokokken. Nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) erkrankten in Deutschland 2005 629 Menschen an der...
20.06.12
Houston – Auch wenn die Mortalitätsrate bei Kindern mit B-Streptokokken Meningitis in den letzten 25 Jahren stark gesunken ist, ist dennoch die Hälfte der Kinder nach einer B-Streptokokken-Meningitis...
13.02.12
Köln – Während der kalten Monate im Winter und Frühjahr ist das Risiko für Meningokokken-Infektionen besonders groß. Darauf hat der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hingewiesen. In...
19.01.12
Santiago/Chile – Der erste Meningitis-Impfstoff gegen die Serogruppe B von Neisseria meningitidis könnte eine wichtige Lücke beim Schutz vor der bakteriellen Hirnhautentzündung schließen. Die ersten...
20.10.11
Köln – Im Winter und Frühjahr ist das Risiko, an einer Meningokokken-Meningitis zu erkranken, höher als in der übrigen Zeit. Darauf hat der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte hingewiesen. „Eine...

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Mehr zum Thema


Themen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Z
Suchen

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste

Anzeige
Eingeloggt als

Suchen in