Spinalanästhesie senkt Mortalität bei TEP-Operationen
Freitag, 3. Mai 2013
dpa
New York – Spinalanästhesien könnten Kosten, Komplikationen und postoperative Mortalität bei Einsatz von Totalendoprothesen für Hüfte und Knie senken. Dies berichtet die Arbeitsgruppe um Stavros Memtsoudis am Hospital for Special Surgery, New York City. Das Team veröffentlichte seine Ergebnisse in Anesthesiology (http://dx.doi.org/10.1097/ALN.0b013e318286061d ).
Der Ersatz des Hüftgelenks gehört zu den häufigsten Operationen in Deutschland. Jährlich wird sie rund 150.000 Mal durchgeführt. Kosten und Behandlungseffektivität sind wichtige Ziele der Versorgung. Die Operation kann in Vollnarkose oder mit einer Spinalanästhesie erfolgen.
Die Forscher untersuchten den Zusammenhang zwischen gewählter Narkoseart und postoperativen Komplikationen, Mortalität, Liegedauer und Gesamtkosten. Grundlage der retrospektiven Studie waren die Daten von 382.236 Patienten aus 400 US-amerikanischen Kliniken zwischen 2006 und 2010. Von den ausgewählten Patienten wurden 74,8 Prozent in Vollnarkose, 14,2 Prozent unter Spinalanästhesie und Vollnarkose (Kombinationsanästhesie) und 11 Prozent unter reiner Spinalanästhesie operiert.
Durchschnittliches Alter und Morbidität waren in den Gruppen vergleichbar. In der Gruppe, welche mit einer Spinal- oder Kombinationsanästhesie operiert wurde betrug die 30-Tages-Mortalität 0,10 Prozent, während sie bei der Vollnarkosegruppe 0,18 Prozent betrug. Komplikationen, Gesamtkosten und Liegedauer waren laut der Arbeitsgruppe bei Kombinations- und Spinalanästhesie ebenfalls geringer. Im multivariablen Regressionsmodell schien die Spinalanästhesie das risikoärmste und kosteneffektivste Verfahren zu sein.
Auf Grundlage der Ergebnisse solle bei jedem Patienten eine Spinalanästhesie in Betracht gezogen werden, so die Arbeitsgruppe. Die genauen Gründe für das bessere Outcome wollen die Forscher in weiteren Studien untersuchen. © hil/aerzteblatt.de
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