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Pro familia: Pille danach muss rezeptfrei sein

Freitag, 3. Mai 2013

München – Die Pille danach gibt es in Deutschland nur auf Rezept - und das hat nach Ansicht der Beratungsstelle Pro familia etwas mit „Paternalismus“ zu tun. „Wenn eine junge Frau in England die Pille danach verlangt, gratuliert man ihr zu ihrem Verant­wortungsbewusstsein. In Deutschland bekommt sie erstmal an den Kopf geworfen, warum sie nicht richtig verhütet hat“, sagte die Pro-familia-Bundesvorsitzende Daphne Hahn. „Viele Ärzte haben einen sehr herablassenden Blick auf diese jungen Frauen.“

Der Zugang müsse so einfach wie möglich sein. Andere europäische Länder seien da Vorbilder. „Was international Standard ist, muss auch hier Standard sein“, forderte Hahn. „Junge Leute bekommen damit die Chance, verantwortungsvoll zu handeln.“

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Schließlich könne es immer mal sein, dass das Kondom versagt – oder im Eifer des Gefechts einfach keins zur Hand ist. Die Ärzte stünden der Liberalisierung der Pillenvergabe aber im Wege, sagt Hahn. Medizinisch gibt es ihrer Ansicht nach keinen Grund, vorher zum Arzt zu gehen. „Bei der Pille danach geht es ja auch um Zeit.“

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Berufsverband der Frauenärzte (bvf) hatten sich auf einer Anhörung des Bundestagsgesundheitsausschusses gegen eine Aufhebung der Rezeptpflicht ausgesprochen. Aus Sicht der KBV verbessert sich die Versorgung damit nicht, da in Deutschland eine flächendeckende fachärztliche Versor­gung existiere.

Der bvf wies darauf hin, dass es eine Reihe von Fällen gebe, die medizinische Beratung erforderten. Diese Beratung könnten nur Ärzte leisten. © dpa/EB/aerzteblatt.de

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