6.766 News Politik

Politik

Pharmafirmen wachsen schneller als die Gesamtwirtschaft

Montag, 6. Mai 2013

Köln – Das Wachstum von sieben in Deutschland ansässigen Pharmafirmen lag in den Jahren 2005 bis 2010 oberhalb des deutschen Wirtschaftswachstums. Das geht aus einer Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts WifOR im Auftrag des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) hervor, die am Montag in Berlin vorgestellt wurde. Danach stieg die direkte Bruttowertschöpfung der sieben Unternehmen, also der Gesamtwert der im Produktionsprozess erzeugten Waren und Dienstleistungen, im betrachteten Zeitraum um 6,6 Prozent. Die Bruttowertschöpfung der gesamten deutschen Wirtschaft stieg hingegen um 2,2 Prozent.

Anzeige

„Ein Großteil der erzielten Bruttowertschöpfung ist auf die Exportstärke der ausgewählten Unternehmen zurückzuführen“, heißt es in der WifOR-Studie. „Die Exportquote lag von 2005 bis 2010 durchschnittliche bei 74,1 Prozent und damit um 29,2 Prozentpunkte höher als im Verarbeitenden Gewerbe.“ Für Forschung und Entwicklung gaben die Arzneimittelhersteller der Studie zufolge im Durchschnitt 1,9 Milliarden Euro pro Jahr aus. Im Jahr 2009 seien dies 9,1 Prozent der innerbetrieblichen Ausgaben gewesen.

Für die Studie wurden die Daten der Pharmafirmen Bayer, Boehringer Ingelheim, Fresenius, Grünenthal, Roche, Sanofi-Aventis sowie Unternehmensteile von Merck untersucht. Welchen Einfluss das im Jahr 2011 in Kraft getretene Arzneimittelmarkt­neuordnungsgesetz (AMNOG) auf die Unternehmensentwicklung hatte, zeigt die Studie nicht, da nach BDI-Angaben nur Daten bis zum Jahr 2010 vorlagen.

Zusätzlich zu der Studie wurde am Montag auch das Strategische Programm des BDI-Ausschusses für Gesundheitswirtschaft vorgestellt. „Der Gesundheitssektor entwickelt sich zu einem der wichtigsten Zukunftsmärkte“, heißt es darin. Globale Megatrends wie die demografische Entwicklung, die steigende Nachfrage nach Gesundheitsprodukten und –dienstleistungen sowie der wissenschaftliche Fortschritt beeinflussten die Gesundheit, die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden der Menschen. „Deutschland soll von dieser Entwicklung überproportional profitieren“, so der BDI.

Voraussetzung für den Aufstieg Deutschlands zum Zentrum der Gesundheitswirtschaft sei jedoch eine zukunftsorientierte Gesundheitsversorgung in einem nach den Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft organisierten Gesundheitssystem. Konkret fordert der BDI, das Gesundheitssystem zu deregulieren, den Wettbewerb zu fördern, die Förderung von Forschung zu modernisieren und eine rasche und umfassende Anwendung von Innova­tionen zum Nutzen der Patienten sicherzustellen.

„Innovationen müssen anerkannt und angemessen honoriert werden“, heißt es in dem BDI-Papier. Dabei führten auch schrittweise Fortschritte auf mittlere Sicht zu großen Verbesserungen in der Versorgung. © fos/aerzteblatt.de

Drucken Versenden Teilen
6.766 News Politik

Nachrichten zum Thema

22.05.13
Ingelheim – Die US-Gesundheitsbehörde FDA wirft dem Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim Verstöße gegen Produktionsstandards vor. Das geht aus einem Brief hervor, den die Behörde auf ihrer...
21.05.13
Dublin/Parsippany – In der Pharmabranche gibt es wieder eine milliardenschwere Übernahme: Der US-Generikahersteller Actavis will den Konkurrenten Warner Chilcott für 8,5 Milliarden Dollar (6,6 Mrd...
17.05.13
Toulouse – Die Zukunft des Standorts des französischen Pharmakonzerns Sanofi in Toulouse mit Hunderten Arbeitsplätzen ist gesichert. Sanofi akzeptierte einen Vorschlag der Regierung für den Erhalt des...
07.05.13
Bad Vilbel – Der Arzneimittelhersteller Stada hat das erste Quartal dank der florierenden Geschäfte in Osteuropa mit einem Gewinnanstieg abgeschlossen. In Deutschland stagnierte der Umsatz wegen des...
07.05.13
Berlin – Die Umsätze mit gentechnisch hergestellten Medikamenten, so genannten Biopharmazeutika, sind im vergangenen Jahr um knapp elf Prozent auf rund 6,0 Milliarden Euro gestiegen. Der...
17.04.13
Berlin – Die deutschen Pharmaunternehmen sehen ihre Geschäftsbeziehungen zu niedergelassenen Ärzten zunehmend kritisch und sind sensibler für Korruptionsgefahren geworden. Das berichten die...
11.04.13
London – Die Pharmaindustrie führt die klinische Prüfung neuer Medikamente zunehmend außerhalb von Europa und Nordamerika durch. Für die Arzneimittelbehörden wirft dies Fragen zur Qualität und Ethik...

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Mehr zum Thema


Themen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Z
Suchen

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste

Anzeige
Eingeloggt als

Suchen in