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Stammzellen könnten Epilepsie lindern

Montag, 6. Mai 2013

San Francisco – Die intrazerebrale Injektion von embryonalen Neuronen in den Hippocampus hat in einer Studie in Nature Neuroscience (2013; doi: 10.1038/nn.3392) die Anfallsfrequenz bei der mesialen Temporallappenepilepsie in einem Mäusemodell deutlich gesenkt. Bei der mesialen Temporallappenepilepsie, der häufigsten Form der Schläfenlappenepilepsie, befindet sich der Fokus im Hippocampus oder angrenzenden Regionen.

Von hier aus breitet sich der neuronale „Feuersturm“ über das gesamte Gehirn oder Teile davon aus, was einen generalisierten oder partiellen epileptischen Anfall zur Folge hat. Eine mögliche Ursache für Epilepsien ist ein Mangel an GABA-ergen Interneuronen, die im Gehirn eine inhibitorische Wirkung haben.

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Die Steigerung der GABA-Wirkung gehört deshalb zu den therapeutischen Ansätzen, die beispielsweise mit GABA-ergen Medikamenten wie Gabapentin oder Pregabalin erzielt wird. Die mesiale Temporallappenepilepsie ist jedoch häufig medikamentenresistent. Gleichzeitig kommt sie für einen zelltherapeutischen Ansatz in Frage, da der Ursprungs­herd der Epilepsie bekannt ist.

Die Mehrzahl der kortikalen Interneurone entsteht während der Embryonalphase in der sogenannten medialen ganglionischen Eminenz, von wo aus sie aktiv in den Cortex wandern. Das Team um Scott Baraban von der Universität von Kalifornien in San Francisco hat jetzt an einem Mäusemodell der mesialen Temporallappenepilepsie untersucht, ob die embryonalen Vorläuferzellen bei erwachsenen Tieren epileptische Anfälle verhindern können, wenn sie in den Hippocampus injiziert werden.

Die US-Forscher können jetzt zeigen, dass die Vorläuferzellen im Gehirn zu Inter­neuronen ausreifen, wobei der Effekt aufgrund der Fähigkeit der Zellen zur Migration nicht nur auf den Injektionsort beschränkt war. Nach der Zelltherapie sank die Zahl der Anfälle und das Verhalten der Tiere, die zur Aggressivität neigen, normalisierte sich. Die Therapie funktionierte allerdings nur nach Injektion der Vorläuferzellen in den Hippocampus. Eine Injektion in den Corpus amygdaleum war wirkungslos.

Für Baraban wäre auch eine Therapie bei Menschen vorstellbar. Sie hätte seiner Ansicht nach den Vorteil, dass der Effekt lokal begrenzt wäre, während die medikamentöse Therapie auf das gesamte Gehirn wirkt. Während die Patienten die Anfallsprophylaxe mit Medikamenten in der Regel lebenslang betreiben müssen, wäre die Zelltherapie eine einmalige Therapie.

Da es sich um eine invasive Therapie handelt, käme sie sicherlich nur bei therapie­refraktären Patienten infrage. Da der Hippocampus an der Gedächtnisbildung beteiligt ist, müssten die Nebenwirkungen in klinischen Studien sorgfältig geprüft werden. Hinzu käme, dass die Verwendung von embryonalen Zellen in vielen Ländern auf ethische Bedenken stößt. © rme/aerzteblatt.de

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