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Ambrisentan beschleunigt Idiopathische Lungenfibrose

Dienstag, 7. Mai 2013

Seattle – Patienten mit idiopathischer Lungenfibrose sollten nicht mit dem Endothelin-Antagonist Ambrisentan behandelt werden. In einer Phase-III-Studie, deren Ergebnisse jetzt in den Annals of Internal Medicine (2013; 158: 641-649) veröffentlicht wurden, war es überraschenderweise zu einer Beschleunigung der Krankheitsprogression gekommen.

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Ambrisentan wurde 2008 als Volibris in Deutschland zur Behandlung  der pulmonalen arteriellen Hypertonie (PAH) zugelassen. Bei der PAH kommt es durch die Blockade von Endothelin 1, das zu den stärksten bekannten Vasokonstriktoren des Körpers zählt, zu einer Vasodilatation. Dadurch wird der Lungenhochdruck effektiv gesenkt.

Die idiopathische Lungenfibrose (IPF) ist dagegen eine Erkrankung des Bindegewebes in der Lunge. Aus derzeit unbekannten Gründen kommt es zu einer Proliferation von Fibroblasten, die den Gasaustausch zwischen Alveolen und Kapillaren zunehmend verhindert. Eine effektive Therapie für diese glücklicherweise seltene Erkrankung gibt es derzeit nicht.

Vorbereitende Studien hatten ergeben, dass Ambrisentan möglicherweise die Proliferation der Fibroblasten stoppen kann, doch die zu diesem Zweck initiierte Multicenter-Studie (mit Beteiligung mehrerer deutscher Zentren) konnte dies nicht bestätigen: Statt des erhofften Stopps oder Rückgangs scheint Ambrisentan sogar das Fortschreiten der Fibrose zu fördern.

Bei einer Zwischenauswertung 2010 mussten Ganesh Raghu vom University of Washington Medical Center in Seattle und Mitarbeiter nach Einschluss von 492 Patienten feststellen, dass es unter der Therapie mit Ambrisentan bei 27,4 Prozent zum Fort­schreiten der Erkrankung gekommen war, während sich der Zustand im Placebo-Arm nur bei 17,2 Prozent entsprechend verschlechtert hatte (Hazard Ratio 1,74; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,14-2,66).

Unter Ambrisentan kam es auch häufiger zu einem Abfall der Lungenfunktion (bei 16,7 versus 11,7 Prozent), es mussten mehr Patienten hospitalisiert werden (13,4 versus 5,5 Prozent), und auch die Sterberate war erhöht (7,9 versus 3,7 Prozent). Der Studien­leitung blieb nichts anderes übrig, als die Studie Ende 2010 zu stoppen. Im letzten Jahr wurde dann die idiopathische Lungenfibrose als Kontraindikation in die Fachinformationen von Volibris aufgenommen. © rme/aerzteblatt.de

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