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USA: Hohe Therapiekosten schaden Leukämiepatienten

Freitag, 10. Mai 2013

Washington – Die Kosten für die Krebsbehandlung haben in den USA immense Höhen erreicht und können dazu führen, dass Patienten unter- oder unbehandelt bleiben, weil sie sich die Behandlung nicht leisten können. Darauf machen 120 Experten für chronisch mMyeloische Leukämie (CML) aus mehr als 15 Ländern auf fünf Kontinenten in einem Forum-Artikel in Blood aufmerksam, dem Journal der American Society of Hematology, (doi: 10.1182/blood-2013-03-490003).

Seit der Einführung der Tyrosinkinase-Hemmer (TKHs) vor mehr als zehn Jahren ist die geschätzte Zehn-Jahres-Überlebensrate von Patienten mit CML von 20 Prozent auf mehr als 80 Prozent gestiegen. Die Betroffenen haben heute eine fast normale Lebens­erwartung, solange sie die entsprechenden Medikamente einnehmen.

Allerdings haben sich die Therapiekosten der CML in der letzten Dekade von 5.000 auf 10.000 Dollar monatlich verdoppelt. Der Preisanstieg ist auch ein Problem bei der Behandlung anderer maligner Erkrankungen. Von den zwölf neu durch die Food and Drug Administration in 2012 zugelassenen Krebsmedikamenten kosten elf mehr als 100.000 Dollar jährlich. Für US-amerikanische Familien ist der Eigenanteil beträchtlich. Er beträgt etwa 25-30 Prozent eines durchschnittlichen Haushaltseinkommens.

Krebstherapiekosten tragen wesentlich zu den beispiellosen Gesundheitsausgaben der USA bei, die nach aktuellen Schätzungen 18 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmachen. In Deutschland lagen die Ausgaben laut dem Statistischen Bundesamtes im Jahr 2011 bei 11,3 Prozent.

Bei CML-Patienten liegt in den USA die geschätzte Überlebensrate nur bei annähernd 60 Prozent. Im Vergleich dazu beträgt in Schweden, wo die Compliance hoch ist und die Kosten übernommen werden, die CML-Überlebensrate mindestens 80 Prozent. Das weist den Autoren zufolge darauf hin, dass ein Teil der CML-Patienten in den USA nicht die adäquate Therapie erhält, was teilweise durch die hohen Kosten bedingt sein könnte.

Eine Preisreduktion der CML- und anderer Krebs-Therapeutika könnte den Experten zufolge den Zugang zur Behandlung und die Einnahmetreue verbessern. Dies hätte den Effekt, dass mehr Patienten durch Fortsetzung ihrer TKH-Therapie länger leben. Eine der Kernfragen ist laut den CML-Spezialisten deshalb, was der richtige Preis sei. In vielen Fällen mache es Sinn, den Markt die Preise regulieren zu lassen.

Wenn aber ein Produkt direkt mit dem jahrelangen Überleben von Patienten verknüpft sei, müssten die Firmen zwar einen Profit erwirtschaften können. Andererseits sollten die Patienten die Behandlung aber auch bezahlen können.

„Es wird eine Evolution des bis­herigen Denkens über Preispolitik und Reglemen­tierungen nötig sein, um die Kosten von Krebstherapie besser zu managen“, folgert Hagop Kantarjian, Chairman der Abteilung für Leukämie des MD Anderson Cancer Center der Universität Texas, als Korrespondenzautor der Gruppe. Auf den Prüfstand sollten danach die Kostenübernahme durch Versicherungen, aber auch Patentgesetze, die die Einführung günstigerer Generika begrenzen. © hil/aerzteblatt.de

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