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RKI: Zunahme von Carba­penem-Resistenzen

Montag, 13. Mai 2013

Berlin – Das Nationale Referenzzentrum (NRZ) für gramnegative Krankenhauserreger registriert einen deutlichen Anstieg von gramnegativen Erregern, die gegen Reserve­antibiotika aus der Klasse der Carbapeneme resistent sind. Das Robert Koch-Institut (RKI) spricht im Epidemiologischen Bulletin (2013; 19: 167-172) von einer bedrohlichen Entwicklung, da viele Erreger auch gegen „fast alle anderen Antibiotikaklassen“ unempfindlich seien.

Breitbandantibiotika aus der Gruppe der Carbapeneme blieben lange vor Resistenzen verschont. In den letzten Jahren wurden dann aber gleich mehrere „Carbapenemasen“ entdeckt. Der Nachweis dieser Resistenzen, den das 2009 in Bochum gegründete NRZ als Spezialuntersuchung anbietet, wurde 2012 deutlich häufiger nachgefragt als in den Jahren zuvor.

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Da die Einsendungen freiwillig sind, kann daraus nicht sicher auf eine Zunahme der Resistenzen geschlossen werden. Doch es gibt einigermaßen sichere Hinweise, dass Deutschland sich gegenwärtig am „Beginn einer besorgniserregenden Ausbreitung von Carbapenem-resistenten gramnegativen Erreger“ befindet, wie Martin Kaase vom NRZ schreibt.

Dazu gehört, dass alle wichtigen Carbapenemasen – OXA-48, KPC-2, VIM-1, KPC-3 und die „indische“ NDM-1 – im Bochumer NRZ 2012 häufiger nachgewiesen wurden als in den Jahren zuvor. Deutschland zeichne sich hier durch eine gewisse „Diversität“ aus. Eine Dominanz einzelner Typen wie in den USA, Südamerika, China, Israel, Italien und Griechenland sei nicht zu erkennen. Bedrohlich sei auch, dass Carbapenemasen nicht nur bei P. aeruginosa und A. baumannii, sondern auch bei K. pneumoniae und anderen Enterobacteriaceae in Deutschland angekommen seien.

Zudem habe es im Jahr 2012 zwei besorgniserregende regionale Entwicklungen gegeben. In Sachsen ortet das NRZ eine starke Zunahme von KPC-2 insbesondere bei K. pneumoniae. Hier müsse inzwischen von einem „endemischen Vorkommen“ ausgegangen werden, schreibt der Experte. In Isolaten aus Berlin würden dagegen besonders häufig Isolate mit KPC-3 nachgewiesen.

In einer Zeit der Globalisierung könnten multiresistente Erreger jederzeit an jedem Ort auftreten, warnt  Kaase. Der Experte rät den Kliniken deshalb zu einem Screening aller ins Krankenhaus neu aufgenommener Patienten „sofern entsprechende Risikofaktoren vorliegen“. Dazu zählt in erster Linie der „Kontakt zum Gesundheitssystem in anderen Ländern“, also Patienten, die in anderen Ländern mit Carbapenem-Resistenzen hospitalisiert waren. © rme/aerzteblatt.de

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