Luftverschmutzung lässt Nieren schneller altern
Dienstag, 14. Mai 2013
Boston – Nicht nur Lungen und Herz leiden unter den Folgen der Luftverschmutzung. Eine Studie im Journal of Epidemiology and Community Health (2013; doi: 10.1136/jech-2012-202307) zeigt jetzt erstmals, dass auch die Nieren in Mitleidenschaft gezogen werden.
Das Team um Murray Mittleman vom Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston hat die Daten von 1.103 Patienten ausgewertet, für die die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) bekannt war. Aus den Krankenakten entnahmen die Mediziner, wo die Patienten wohnten. Sie ermittelten dann die Distanz zur nächsten viel befahrenen Straße und setzten sie mit der eGFR in Beziehung.
Das Ergebnis war eine signifikante und klinisch relevante Assoziation: Patienten, die weniger als 50 Meter von einer viel befahrenen Straße entfernt wohnten, hatten eine um 3,9 ml/min/1,73 m2 niedrigere eGFR als Personen, bei denen die Distanz mehr als 1.000 Meter betrug. Dieser Unterschied entspricht laut Mittleman dem natürlichen Abfall der eGFR in vier Lebensjahren.
Eine Erklärung ist schnell gefunden. Frühere Studien haben Luftschadstoffe wiederholt mit einer höheren Rate von Herzinfarkten und Schlaganfällen in Verbindung gebracht. Als Ursache wird eine beschleunigte Atherosklerose angenommen. Dieser pathophysiologische Zusammenhang gilt auch für die Nieren, in dessen zuführenden Arterien sich ebenfalls Verkalkungen bilden können. © rme/aerzteblatt.de
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