Ausland

Gesichtstrans­plantation rettet Unfallopfer in Polen

Donnerstag, 23. Mai 2013

Warschau – Ärzte in Polen haben einem 33-Jährigen erfolgreich ein Gesicht transplantiert und ihm damit nach eigenen Angaben das Leben gerettet. „Es ist die erste Gesichtstransplantation in Polen und der erste Eingriff dieser Art, der als lebensrettende Maßnahme diente", sagte gestern die Sprecherin des Instituts für Onkologie, Anna Uryga, in der südpolnischen Stadt Gleiwitz (Gliwice).  

Der Patient, dessen Name mit Grzegorz angegeben wurde, war am 23. April bei seiner Arbeit als Steinmetz mit dem Gesicht in eine Maschine geraten, die zum Schneiden von Steinen dient. Der Versuch, das abgeschnittene Gesicht wieder anzusetzen, konnte zwar die Sehfähigkeit des Mannes und einen Teil des Gesichts retten. Laut Uryga schwebte er jedoch wegen der großen Fläche und Tiefe der Verletzung weiter in Lebensgefahr.  

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Innerhalb von zwei Wochen gelang es den Ärzten, einen Spender zu finden.  Die Familie des etwa gleichaltrigen Mannes habe der Transplantation sofort zugestimmt, hieß es. Das Herz und die Leber des Spenders wurden anderen Patienten eingepflanzt. Das Krebszentrum in Gleiwitz darf als einzige Klinik in Polen Gesichtstransplantationen vornehmen. Mit Zustimmung des Unfallopfers wurde die Gesichtsoperation am 15. Mai vorgenommen. Sie dauerte 27 Stunden.   

„Er und seine Familie stimmten dem Aktionsplan und den damit verbundenen Risiken zu“, sagte der leitende Arzt Adam Maciejewski. Eine Woche nach der OP sei der Zustand des Patienten noch immer ernst, schließlich sei es ein großer Eingriff gewesen. „Er kann nicht sprechen, er kommuniziert mit Kopf- und Handbewegungen.“ Später werde der Mann aber essen, atmen und sehen können. „In acht Monaten sollte er die volle motorische Kontrolle über sein Gesicht haben.“ Fotos zeigten den Patienten mit hochgerecktem Daumen in seinem Krankenbett. Zu sehen waren auch die Nähte rund um das Transplantat herum.   

Französische Ärzte vollzogen im Jahr 2005 die erste erfolgreiche Gesichtstransplantation weltweit. Die damals 38-jährige Patientin Isabelle Dinoire war von ihrem Hund ins Gesicht gebissen worden. Seitdem wurden weltweit mehr als 20 solcher Eingriffe vorgenommen. © afp/aerzteblatt.de

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