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Bereitschaft zu Organspenden weiter gesunken

Freitag, 24. Mai 2013

Düsseldorf –­ Nach den Skandalen um Manipulationen in Transplantationskliniken ist die Zahl der Organspenden in Deutschland weiter rückläufig. In den ersten Monaten dieses Jahres sei die Zahl der Spender erneut um 18 Prozent zurückgegangen, erklärte der Vorstandssprecher der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DOS), Rainer Hess, heute in Düsseldorf. Die Rückschläge seien „in ihrer Dimension dramatisch“. Bereits im Jahr 2012 war die Spenderzahl um 12,8 Prozent gesunken und hatte damit einen neuen Tiefstand seit 2002 erreicht.

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Derzeit stehen den Transplantationskliniken in Deutschland laut Hess zehn Prozent weniger Organe als im Vorjahr zur Verfügung. Von einem Spender könnten bis zu sieben Organe entnommen werden. Dabei gebe es keine Altersbegrenzung.

Bundesweit warten nach den Angaben zurzeit 12.000 Menschen auf ein Spenderorgan, alleine in Nordrhein-Westfalen (NRW) sind es etwa 3.900. Täglich sterben in Deutsch­land drei Schwerkranke, weil sie vergeblich auf ein lebensrettendes Organ zur Transplantation gewartet haben. Die längsten Wartezeiten bestünden mit fünf bis sieben Jahren bei Nierentransplantationen. Bei einer Bauchspeicheldrüse liege die Wartezeit bei bis zu zwei Jahren. Bei Organspenden von Herz, Lunge und Leber müssten die Empfänger in der Regel zwischen drei und sieben Monaten warten.

In der Regel könne bundesweit nur jedem dritten Wartelistenpatienten geholfen werden. „Diesem Mangel müssen wir entgegenwirken“, forderte Hess. In Deutschland seien laut Umfragen zwar die meisten Menschen zur Organspende bereit, aber nur jeder Vierte habe bisher einen Organspende-Ausweis.

„Würde es mehr Organspenden geben, könnte jeden Tag drei Menschen zusätzlich das Leben gerettet werden“, sagte die nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne). Deshalb müsse das Vertrauen der Menschen in die Organspende nach den vorangegangenen Korruptionsskandalen „zurückgewonnen und gestärkt werden“. Die Bürger müssten dem Organspendesystem in Deutschland wieder besser vertrauen können, verlangte Steffens. Daher sei die Einführung fälschungs- und manipulationssicherer Patientenakten in den Kliniken dringend notwendig. Ebenso müsse bis spätestens 2015 ein bundesweites Transplantationsregister eingeführt werden, um mehr Transparenz zu schaffen.

Der bundesweite „Tag der Organspende“ findet am 1. Juni statt und wird in Essen eröffnet. Er steht unter dem Motto „Richtig. Wichtig. Lebenswichtig“. Eröffnet wird der unter der Schirmherrschaft von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) stehende Aktionstag mit einem ökumenischen Dankgottesdienst im Essener Dom. In diesem Jahr sollen daran erstmals auch islamische Gläubige teilnehmen, die in der Vergangenheit ein Spenderorgan erhalten haben. Seit 1. November 2012 sind alle bundesdeutschen Krankenkassen verpflichtet, ihren Versicherten regelmäßig Informationen zur Organspende und Organspende-Ausweise zur Verfügung zu stellen. © kna/aerzteblatt.de

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