Politik

PKV-Verband weist Kritik an Unterversorgung schwer kranker Versicherter zurück

Dienstag, 28. Mai 2013

Berlin – Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat kritisiert, dass viele Privatversicherte keinen Rechtsanspruch auf eine Kostenübernahme für eine stationäre Hospizversorgung und eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) hätten. „Bei nur drei von 23 von uns befragten privaten Versicherungen ist eine stationäre Hospizversorgung im Leistungskatalog enthalten“, sagte der Vorstand der Stiftung, Eugen Brysch, heute in Berlin.

Und die SAPV sei bei keiner einzigen der befragten Versicherung in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen aufgenommen gewesen. Auch beim Verband der privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) gebe es dazu keine Rahmenbestimmungen. Gesetzlich Versicherte hätten im Gegensatz dazu einen rechtlichen Anspruch auf diese Leistungen.

Anzeige

Brysch räumte jedoch ein, dass die meisten privaten Krankenversicherungen die Kosten für SAPV und für eine stationäre Hospizversorgung auf freiwilliger Basis trügen. „Eine Kostenübernahme auf Kulanzbasis kann aber nicht mit einem Rechtsanspruch gleich­gesetzt werden“, erklärte er.

Datenmaterial dazu, in wie vielen Fällen die privaten Kranken­versicherer die Leistungen nicht übernähmen, lägen allerdings nicht vor. In dem von der Stiftung vorgelegten Weißbuch „Grenzen des Versicherungsschutzes für schwerstkranke und sterbende Menschen in der privaten Krankenversicherung“ ist ein Fall einer nicht erfolgten Übernahme von SAPV-Kosten dokumentiert.

Brysch forderte den PKV-Verband auf, offen und ehrlich über diese Lücke im Versicherungsschutz zu informieren und in Musterbestimmungen die Frage einer Übernahme von Kosten für stationäre Hospizversorgung und SAPV grundsätzlich zu klären.

Der Direktor des PKV-Verbandes, Volker Leienbach, kritisierte hingegen, dass die Stiftung ihre Behauptung lediglich an einer einzigen Patientenbeschwerde festgemacht habe. Weitere Fälle habe die Stiftung auch auf Nachfrage nicht nennen können. „Auch dem PKV-Verband sind solche Fälle nicht bekannt“, sagte Leienbach.

„Kein Wunder: In aller Regel erstatten die privaten Krankenversicherer diese Leistungen, wenn auch auf anderer rechtlicher Grundlage als bei Kassenpatienten.“ Dem Betroffenen werde es jedoch letztlich egal sein, auf welcher rechtlichen Grundlage er versorgt werde – Hauptsache er werde gut versorgt. © fos/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Politik

Nachrichten zum Thema

09.12.16
Schwerin – Hospize und Palliativstationen für Schwerstkranke und Sterbende gibt es nach Ansicht von Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) in Mecklenburg-Vorpommern ausreichend. Der Bedarf wachse......
28.11.16
Palliativmedizin: Sterbewünsche im Alter richtig deuten
Berlin – Was meinen schwerkranke Menschen, wenn sie sagen, dass sie sterben wollen? Mit dieser Frage haben sich Schweizer Ärzte und Ethiker in einer zehnjährigen Studie auseinandergesetzt. Noch......
02.11.16
Osnabrück – In der Hospiz- und Palliativversorgung mangelt es nach wie vor an einem einheitlichen Qualitätssystem, das die Anforderungen an Hospiz-Einrichtungen für alle verbindlich regelt. Das hat......
28.10.16
Katholische Krankenhäuser wollen Begleitung Sterbender stärken
Münster – Die rund 400 katholischen Kliniken in Deutschland verpflichten sich zu einer hochwertigen und würdevollen Begleitung Sterbenskranker durch Palliativmedizin und hospizliche Begleitung. Auch......
27.10.16
Regensburg – Elf in die Palliativmedizin involvierte Ärzte und Pflegekräfte des Universitätsklinikums Regensburg (UKR) haben einen Förderverein Palliativmedizin gegründet. Ziel ist die Unterstützung......
19.10.16
Sterbebegleitung: Wunsch ist selten Wirklichkeit
Berlin – Die meisten Menschen in Deutschland wollen in ihrer gewohnten Umgebung sterben. Doch nach Daten aus dem Pflegereport 2016 der DAK Gesundheit ist dieser Wunsch selten umsetzbar: Zwei von drei......
17.10.16
Nationale Charta: Verbände geben Hinweise für bessere Versorgung Sterbenskranker
Berlin – Sterbenskranke Menschen in Deutschland brauchen nach Einschätzung von Medizinern und Pflegeexperten eine bessere Versorgung. Sie stellten heute in Berlin Handlungsempfehlungen für eine......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige